2006/02/11 - Orientation-Day
Als Internationale Studenten bekamen wir in der ersten Vorlesungs-Woche das Angebot, an einem Ausflug teilzunehmen, der uns rund um und durch Kapstadt führte. Hierbei wurden uns nützliche Informationen gegeben und ermöglicht auch die anderen ausländischen Studenten kennen zu lernen.
Der Morgen begann schon mit einer kleinen Lektion. Der Bus sollte ab Campus um 9.00Uhr - und zwar Punkt neun!! - starten, laut der “Drohung” der Organisation. Es war jedoch auch 9.30Uhr noch kein Bus vorgefahren. Kurz vor 10.00Uhr ging es los.
Unser erster Stop war “Khayelitsha”, ein Township im Süden der Stadt mit geschätzten 1,5 Mio. Einwohnern. Die Wohnbedingungen und sozialen Zustände sind dort unglaublich schlecht. In einem Raum von 3mx3m leben ganze Familien. Es gibt kein fließend Wasser und in seltenen Fällen Strom im “Haus”. Viele Menschen nehmen Drogen und HIV hat eine Verbreitung von über 40%.
Nach diesen bedrückenden Bildern versetzte es uns schon in wenigen Augenblicken auf die Sonnenseite des Lebens. In Muizenberg, einer “weißen” Wohngegend standen Häuschen und Villen, wie man sie auch am Mittelmeer vorfinden würde, mit grünen Vorgärtchen und Pool hinter dem Haus.
Weiter führte uns die Reise vorbei an Fishhoek, wo wir die Füße in den Atlantik tauchten, eine beeindruckende Hubschrauber-Rettungs-Übung beobachten konnten und die ersten großen Muscheln fanden.
Über die Bergkette der Cap-Halbinsel hinüber führen wir nach Hout Bay, um dort am Hafen beim “Duft” von frischem Fisch zu Mittag zu essen. Dort gab es die bisher knusprigsten und bissigsten Calamari.
Campsbay kannten wir schon von unserem ersten Ausflug, aber heut sah der Strand ganz anders aus. Es war Samstag. Alles was zwei Beine hatte und der Wärme entgehen wollte, tummelte sich heut am Meer. Ab und zu schwappte eine große Welle über die Kante und durchnässte Strandtücher, Schuhe und verjagte die Sonnenanbeter.
Auf dem Weg zur Victoria & Alfred Waterfront machten wir einen Stop auf dem Signal Hill, von dem aus man einen wundervollen Blick auf Lion´s Head und Tafelberg hat. Leider war vor einigen Tagen ein Feuer auf dem Tafelberg ausgebrochen, so dass der Berg an einigen Stellen recht karg aussah. Viele seltene Pflanzenarten wurden dabei vernichtet.
Die Waterfront ist eine Art Strandpromenade und alter Hafen. Viele kleine Shops, exclusive Restaurants und Bars laden zum Bummeln ein. Attraktion ist außerdem die Robbenkolonie, die sich dort niedergelassen hat, sich tagsüber sonnt und den entzückten Touristen die Bäuche und Nasen enthegen streckt.
Nach diesem schönen aber anstrengenden Tag vielen wir erschöpft ins Bett. Es ist in jedem Fall empfehlenswert sich ganz dick mit Sonnencreme einzupinseln, auch wenn man schon vorgebräunt ist. Kopfbedeckung ist von Vorteil, denn man kann schon ganz schön dusselig werden, wenn Clärchen den ganzen Tag auf’s Köpfchen scheint. Und viel Trinken ist ein Muss, sonst kann die körpereigene Klimaanlage nicht anspringen.