Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/02/16 - Die Pinguine

Pinguin-Felsen 

Weitere Bilder befinden sich aus Platzmangel auf: http://katrinworlich.tripod.com/katrins_und_julius_bilder/

Wenn man die Pinguine besuchen möchte sollte man früh aufstehen. An unserem freien Tag standen wir darum um 6.00Uhr auf, um unser Lunchpacket zu schmieren. Gegen 8.00Uhr fuhren wir noch müde und fröstelnd Boulders Beach an, die Pinguin-Residenz auf der östlichen Seite der Cap-Spitze.

Schon am Parkplatz begegneten uns die lustigen Männchen im schwarzen Wrack. Sie watschelten vom linken Bein auf das rechte Bein, bauten an ihren Nästern, putzten sich und kuschelten miteinander. Der Weg in Richtung Strand war gesäumt von Erdlöchern in dem jeweils zwei Eier lagen. Unglaublich, dass sie so nah bei von Menschen zugänglichen Plätzen postiert waren. Aber die Begründung dafür, ging uns später auf.

 

Angekommen an der Aussichtsplattform wehte uns ein rauher, kühler Wind entgegen und der aufgeblasene Sand rieselte wie ein scharfes Peeling gegen die Beine und in das Gesicht. Aber wie hatten zum Glück unsere Sommerjacken dabei, die wir wirklich, wirklich brauchten. Dann konnten wir jedoch den Ausblick genießen. 

Eine Kolonie von hunderten von Pinguinen tummelte sich rings um uns herum. Manche wärmten sich noch in der Morgensonne auf und blinzelten dabei ganz verschlafen. Einige waren schon dabei sich zu putzen und das Bürzelchen zu sortieren. Viele Pärchen schnäbelten miteinander und veranstalteten noch andere lustige (nicht jugendfreie) Sachen. Wieder andere buddelten ihr Erdloch indem sie umliegenden Kollegen Sand um die Ohren schleuderten. Und einige wenige Kameraden testeten die Beschaffenheit und Temperatur des Wassers, um danach schnell wieder an den Strand zurück zu watscheln, sich zu schütteln und die nassen Federn zu putzen, zu legen und einzufetten. 

Außer uns war noch niemand am Strand, so dass wir lange ungestört das Treiben beobachten konnten. Wir setzten uns auf eine Bank, um zu frühstücken und um uns die morgentliche Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Dann spielte sich vor unseren Augen folgendes ab…

Zwei Möven stiegen nacheinander gegen den Wind auf und ließen sich über die Pinguin-Kolonie tragen. Gelegentlich ließen sie sich zwischen den Wrackträgern nieder, um nach 2-3 Schnabelhieben, wieder abzuheben. Doch sie blieben hartnäckig und versuchten die Landung an anderer Stelle erneut. Irgendwann stieg eine der beiden Möven wieder auf und hatte ein großes weißes Ei im Schnabel. Einer der Pinguine muss doch nicht richtig darauf aufgepasst haben. Aus einigen wenigen Metern Höhe ließ die Möve das Ei auf den Strand fallen, wobei es zerplatzte. Beide Möven stürzten sich auf den Inhalt, ein schleimiges kleines dunkles Bündel. Dieses Kücken hätte wahrscheinlich in gut einer Woche schlüpfen können. Schade. Aber so spielt das Leben. Nun wussten wir auch, warum die meisten Nester in Menschennähe angelegt waren. Die Eierdiebe trauten sich dort nicht hin und somit bot die Lage in gewisser Weise Schutz.

Gegen neun, halb zehn füllte sich Boulders Beach mit Schulklassen und Touristen. Diese waren in gewisser Weise auch interessant zu beobachten, aber bei zunehmender Lautstärke zogen wir uns letztendlich zurück. Einen Strand weiter ließen wir uns zum Sonnenbaden nieder, denn die Temperaturen erlaubten nun, nackte Haut zu zeigen. Auch dort besuchten uns einige Brillenpinguine. Diese mussten sehr exhibitionsistisch sein, denn sie standen nur zu gern Pose für diverse fotografierfreudige Arten von Menschen.

Es wurde so warm, dass ich mich dazu entschloss, das erste Mal mehr als nur den großen Zeh in den Ozean zu halten. 18°C Wassertemperatur waren auch deutlich angenehmer als 15-16°C auf der Westseite der Halbinsel. Aber ich hielt es dennoch nur wenige Minuten im Wasser aus. Aber ich kann sagen; “Ich war drin!”.

Touristenströme und der Hunger ließen uns dann gegen Mittag den Rückzug antreten. Wir machten noch einmal Halt in Fish Hoek. Dort waren Schwimmbecken vom Meer abgetrennt, in denen man geschützt von der Strömung baden konnte. Drum herum war felsiges Gelände und dies war ein Paradies für Frauen, wo sie ihren Sammeltrieben freien Lauf lassen konnten. Und was es da für Muscheln gab! Größere hab ich vorher nirgends gesehen. Bei dieser Puzzelarbeit kann man sich auch prima den Rücken verbrennen. Krebsrot und mit vielen tollen Muscheln im Gepäck fuhren wir ‘gen Abend wieder Richtung Campus.