Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/06/23 - George und Wilderness Nature Reserve

Bilder zu diesem Bericht findet ihr unter: http://fahrinurlaub.tripod.com/wilderness/

Tag 2: (23.06.2006)

… Weiter ging die Fahrt am Nachmittag (23.06.) von Oudtshoorn aus in Richtung George. Die Fahrt aus den Bergen hinunter ans Meer bot uns noch einmal ein wundervolles Panorama. Am liebsten wären wir geblieben und einfach losgewandert. Aber wir mussten ja weiter.

In George gab es nichts zu sehen, so ließen wir es liegen und fuhren auf der Autobahn N2 an der Küste entlang nach Wilderness, wo wir im Nationalpark unsere nächste Unterkunft gebucht hatten.

Wir bezogen unser Rondavel in einem wunderschönen Tal, einer Schlucht die sich zu einer Lagune hin öffnete vor der dann das Meer lag. Wir hatten also direkt hinter dem Haus die frischen grünen Berge, vor dem Haus einen Fluss und wenige Hundert Meter weiter rauschte das Meer. Wir waren etwas zu früh angekommen und hatten nach der Planung für die nächsten Tage noch Zeit. Diese verbrachten wir damit, nach George ins Einkaufszentrum zu fahren, frisches Baguette zu kaufen und Fruit&Veg City auszuprobieren.

Ja, was ist das eigentlich. Fruit&Veg City ist eine Art Supermarkt in der es hauptsächlich nur Obst und Gemüse gab. Dieses Fruit&Veg hatte aber noch eine Besonderheit, die Amerikafreunde unter euch vielleicht schon kennen. Aller 3 Minuten regnete es. Wie regnen. Über den Auslagen waren Beregnungsanlagen angebracht die jeweils 10 Sekunden lang feinste Regentropfen über die Ware versprühte. Damit ist es natürlich wundervoll frisch in diesem Supermarkt. Es duftet nach frischen Früchten. Die Auswahl ist riesig, gut sortiert und von hoher Qualität. Wir haben uns zunächst mit Trockenfrüchten eingedeckt, wie Bananenchips, Datteln, Apfelringen und  Nüssen. Danach ging es zu den Tomaten, Gurken, Mais, Zwiebeln, Knoblauch, Orangen, Mangos, Papayas und Weintrauben.

Die Produktpalette in dieser Filiale war äußerst breit, so dass wir auch noch gute Rippchen vom Rind für einen zünftigen Brai (das Grillen bei deutschen Kleingärtnern) und leckeren Schweizer Hartkäse für Julius und einen Blauschimmel für mich fanden. Eigentlich waren wir schon völlig glücklich und mit tollen Lebensmitteln für das Wochenende eingedeckt. Doch am Ausgang gab es noch eine Überraschung. Es gab noch einen Stand, der aus frischem Obst eine leckere Smoothies zauberte, Mixgetränke aus Eis und Frucht, oder Joghurt und Frucht, oder Eiscreme und Frucht. Da gab es einen leckeren sättigenden Erdbeer-Eis-Smoothy zum Teilen (500ml für 9Rand) für uns Zwei.

Als wir das Einkaufsparadies verließen ging gerade die Sonne hinter den Bergen unter und zauberte eine schöne Farben in den Himmel. Eine Tolle Kulisse.

Es war gemütlich an diesem Abend in unserer kleinen Rundhütte zu sitzen. Es gab natürlich keine Heizung und war damit recht frisch im Südafrikanischen Winter (Dezember). Wir heizten eher uneffektiv mit den Kochplatten und saßen bei Kerzenschein, Wein und Käse und horchten in die Natur hinaus.

Tag 3: (24.06.2006) 

Der Morgen des dritten Urlaubstages (24.06.) war kühl. Vielleicht nicht so kühl wie in Oudtshoorn aber da man sich nirgends mal richtig aufwärmen konnte und sich aus dem warmen Bettchen direkt in den frischen Morgen quälen musste, fühlten wir uns nicht so recht fit. Bei 10-12 °C zog ich nun doch Handschuhe und Schaal an. Nicht lachen. Das war echt kalt! In Deutschland stören mich auch keine 0°C, wenn es zumindest zu Hause 23°C hat.

Wir starteten mit einer Kanutour auf dem Touw River, der aus den Bergen kam, durch unser Camp floss und dann ins Meer sickerte. Viele Kormorane tummelten sich im und am Wasser. Manche sonnten sich und viele fischten fleißig nach ihrem Frühstück.

Wir sichteten einen Giant-Kingfisher, einen großen Eisvogel, und zwei kleine Kongfischer, normale Eisvögel, gesichtet. Ein Fischadlerpärchen kreiste zwischen den Bergen über dem Fluss.

Es wuchsen so unglaublich verschiedene Pflanzenarten in dem Wald am Fluss. Kein Blätterdach sah wie das andere aus. Es gab mehr Grüntöne auf diesem Fleckchen Erde als mancher Wald in Europa hergegeben hätte. Bäume trugen sogar Flechten und Lianen. Das Ufer war dicht von Farnen bewachsen.

Der Fluss wurde immer schmaler und irgendwann so flach, dass es kein Weiterkommen mehr gab. Da legten wir auf dem Kiesbett an und stiegen aus. Unsere Paddel verstecken wir im Gebüsch und wanderten durch den grünen, frischen und duftenden Wald. Farne waren größer als ich selbst. Umgefallene Baumstämme waren Moosbedeckt und bewachsen von kreisrunden Baumpilzen. In den Wänden am Wanderpfad wuchsen auf nacktem Felsen irgendwelche unbekannten Zwiebelpflanzen.

Der Weg endete nach ca. 3km an einem Wasserfall. Hier ließen wir uns nieder und knabberten an unserer Wegzehrung, den Trockenfrüchten herum. Lange konnte ich allerdings nicht stillsitzen. So streckte sich Julius auf dem Felsen in der Sonne aus und ich kletterte hinauf zum Wasserfall. Von dort oben öffnete sich der Blick auf eine Wasserbecken im Felsen, welches wiederum von einem Wasserfall gespeist wurde, den man von unten allerdings nicht sehen konnte. In dem rötlichen klaren Wasser konnte man in die unheimliche Tiefe von in der Dunkelheit verschwindenden Felsen schauen. Ein Überlauf ergab dann den Wasserfall ins Flussbett.

Am Nachmittag wanderten wir noch zum Meer. Dort fanden wir beim Muschelsuchen wunderschöne Exemplare. Es wäre nett, wenn einer von euch uns sagen könnte, was das für Muscheln sind.

Natürlich watschelten wir auch mit den Füssen mal im indischen Ozean herum, der gar nicht so kalt war aber die Außenluft war und feucht. Die Sonne war auch schon hinter den Bergen versunken und beschien nur noch deren Gipfel. Komischerweise fanden wir viele Kugelfische am Strand herum liegen, von denen sogar noch einer japste. Die taten mir Leid, vor allem weil sie anscheinend auch nicht den Möwen zum Futter eigneten. Aberwahrscheinlich waren sie zu alt oder zu schwach und deshalb von der Strömung und den Wellen an diesen Ort gespült worden. Hmm.            

An diesem Abend gelang Julius zum ersten Mal die Zubereitung von Guacamole, die wir beim Mexikaner probiert und lieben gelernt hatten. Und Deutschland gewann gegen Schweden 2:0!

Fragt ihr euch ob ich Fußballfan bin oder ein klasse Zahlenmerker? Ich muss euch enttäuschen. Hattu Kopp wie Sieb, muttu aufschreiben. Ich habe also in Stichpunkten die wichtigsten Erlebnisse unserer Reise festgehalten. Davon werden diese Reiseberichte und unsere Erinnerungen gespeist.

Tag 4: (25.06.2006)

Tag 4 unserer Reise (25.06.) begann mit Nieselregen. Dennoch brachen wir zu Wanderweg „No.5“ auf, den wir uns für diesen Tag ausgesucht hatten. Nach langer Suche nach dem Startpunkt der Route und Vogelbobachtung am See ging es los. Die Sonne kam langsam wieder hervor und es waren optimale Wanderbedingungen. Zunächst ging es durch Buschland und Niederwald. Viele Spuren von größeren und Kleineren Huftieren fanden sich im sandigen Boden. Doch die dazugehörigen Vierbeiner konnten wir nicht entdecken. Das Holz und die Blätter dufteten würzig und an den Gräsern hingen noch viele glänzende Regentropfen. Der Weg war gesäumt von Maulwurfshügeln – deshalb hieß er wohl auch „Mole-Trail“ – und es war nicht selten, dass einer von uns zwei bis über die Knöchel in einer der Erdlöcher unter dem weichen Boden einbrach. Von einem Aussichtspunkt hatte man einen wundervollen Blick über eine weite Seenlandschaft mit den Ausläufern der bewaldeten Berge im Hintergrund. Man hörte Schreie des Seeadlers und Nebel stieg aus den Hügeln auf.

Der Pfad führte hinunter an einen der Seen, durch einen Wald von Schilf, dann durch Sumpfgebiet und letztendlich wieder ins Buschland. Gelegentlich roch es verdächtig nach Baboons (Affen) und ich befürchtete schon eine ähnlich spannende Begegnung mit diesen Tieren, wie damals am Cap. Aber es hatte diesmal auch sein Gutes. Dort wo der Regen den Wanderweg im Sumpf hatte verschwinden lassen, brauchte man nur den Trampelpfaden der Affen zu folgen um trockenen Fußes die Unwegsamkeiten zu umrunden.   

Am späten Nachmittag verschlug es uns dann noch einmal ans Meer und wir beendeten unseren Wilderness-Aufenthalt mit einem langen Strandspaziergang.

Weiter geht es im Bericht: Knysna …