2006/05/19 - 23.Geburtstag
Bilder findet Ihr unter: http://juliusbeutel.tripod.com/mein_geburtstag
Hallo ihr Lieben!
Diese Woche gab es keinen großen Ausflug, über den wir berichten könnten. Aber wir hatten ein Geburtstagskind! Julius hat am Freitag, den 19.05.2006, seinen 23. Geburtstag gefeiert.
Noch im Halbschlaf gegen 8 Uhr klopfte es laut an der Tür. Julius öffnete verschlafen. Plötzlich Musik und lautes Singen. Die verrückten Holländer standen mit Gitarre in der Schwelle und trällerten munter “Happy Birthday”!
Um 9 Uhr standen wir dann auf und es gab erst einmal einen dicken Schmatz auf die Nase. Geschenkt bekam Julius von mir 2 Pullover für den kalten afrikanischen Winter und eine Multifunktions-Taschenlampe für den Spieltrieb. Natürlich hab ich auch eine dicke Schoko-Sahne-Torte besorgt und einen Strauss mit Sonnenblumen. Normalerweise hätte Mama Beutel ihm sicher eine Erdbeertorte gebacken, aber da es hier Herbst/Winter ist, sah es mit Erdbeeren schlecht aus. Ich habe wirklich gesucht, aber da war nicht viel zu machen.
Steffi und Falko kamen auch zum Frühstück und brachten ebenfalls ein Geschenk und einen Mugg and Bean Muffin mit. Das Geschenk war ein Reise-Monopoly-Spiel. Das ist natürlich praktisch für die verregneten Winterabende und Julius mag doch alles, was mit Geld und Verhandeln, … zu tun hat.
Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Muizenberg. Das dauerte aber ein Stück, denn es goss aus Kannen. Schon die letzten Tage hatte es viel geregnet, aber heute sah es so aus, als ob der Wettergott alle Straßen wegwischen wolle. Wir mussten also vorsichtig fahren, denn Aquaplaning war unvermeidlich.
Das Ziel war die Kenilworth Go-Card-Bahn. Julius hat sich schon seit Wochen darauf gefreut, denn er ist schon drei Mal Go-Card gefahren und findet das super lustig. Ich hatte ja ehrlich gesagt ein wenig Bammel, aber probieren muss man das ja mal.
Nach ein paar kurzen Instruktionen und der Wahl des passenden Helmes, wurden wir auf die Kutschen aufgeteilt und dann ging es auch schon los.
Falko und Julius gingen natürlich ab. Steffi und ich brauchten 3-4 Runden, um uns an die Strecke, den Vortrieb, das Lenkverhalten und die Bremswirkung der Wagen zu gewöhnen. Die Jungs legten sofort richtig los, wobei auch mal der ein oder andere Reifenstapel umgeworfen wurde, aber das war ja nicht weiter schlimm. Schon bald hatte Julius uns Mädels das erste Mal umrundet. Langsam fing auch ich an, gewagtere Manöver zu fahren. In die Kurven konnte man sich so schön reinschlittern lassen. Zunächst schlitterte ich so stark, dass ich mich ein mal um 180° gedreht hatte aber nach und nach, bekam man das Verhältnis zwischen Kurve und Geschwindigkeit ganz gut hin. Natürlich landete ich auch mal in einem Stapel Reifen, die engste Kurve am Platz hatte ich dann doch mal zu schnell genommen.
Wir kamen ganz schön ins Schwitzen von den insgesamt 30 Runden und wussten, am nächsten Tag würde es Muskelkater in den Armen geben. Es war wirklich ein Spass gewesen und wenn es nicht so teuer wäre, könnte man das ruhig öfter machen.
Zum Mittag fuhren wir zur Victoria & Alfred Waterfront. Dort aßen wir bei unserem geliebten “Kauai” und Julius wurde ein Erdbeereis erlaubt.
Der Nachmittag wurde genutzt um Siesta zu halten, denn der Abend sollte noch lang werden.
17Uhr wurden sämtliche Kochutensilien von Holländern und Deutschen zusammengewürfelt und Julius und ich, schnippelten zusammen mit Falko fleißig ein Chinesisches Essen. Die Tische wurden zusammen gestellt, die Stäbchen stilgerecht herausgelegt. Dann kamen die 4 Holländer (Chris, Mateijn, Murat und Koen) und wir ließen uns das Ganze schmecken. Die ersten drei hatten Julius ein passendes Geschenk gemacht - ein Kochbuch mit über 650 großen und kleinen afrikanischen Rezepten - anscheinend der klassische Kochbuch-Bestseller. Das freut natürlich nicht nur den Julius sondern auch diejenigen, die dann später an den Resultaten seiner Kochkunst Teil haben können.
Koen hatte noch etwas vorbereitet. Er hat für uns alle Kinokarten für die Kino-Premiere von “The Da Vinci Code” reserviert und Julius dazu eingeladen. Schon Wochen vorher war das Buch zum Film regelmäßiges Diskussionsthema gewesen und es war für alle spannend, was der Film aus dem Buch gemacht hat.
Wir fuhren nochmals durch den Dauerregen, diesmal ins Grand West Casino, denn dort lief die Vorstellung. Es war wirklich unglaublich, wie viel Wasser da vom Himmel kam. Aber im Kino konnte das nicht stören. Der Film war spannend und sehr lang. Mehr verrate ich nicht. Sicher will der ein oder andere von euch ihn auch noch sehen. Wir wissen noch nicht recht, ob wir ihn gut oder mäßig fanden. Er war teilweise schlecht zu verstehen, durch unsere bemessenen Kenntnisse von Geschichte im Zusammenhang mit Religion und englischen Vokabeln diesbezüglich. (Ich persönlich verstand die französischen Dialoge besser als alles Andere, was mich erstaunt aber natürlich auch erfreut hat, zumindest für die Französisch-Kenntnisse. Für den Zeitraum, den wir nun im englischsprachigen Ausland sind, ist das vielleicht ein ganz schönes Armutszeugnis.) Jedenfalls waren einige Szenen unverständlich für uns. Wir wissen nicht recht, wie wir den Film einordnen sollen.
1.00Uhr ging es dann müde nach Haus und der Geburtstag hatte einen schönen Ausklang gefunden.
Am nächsten Tag las Julius seine Geburtstagsmails und war sehr beschäftigt, sie alle zu beantworten. Schade war etwas, dass Vodacom zur Zeit Netzprobleme hat und die Verbindung kaum, nicht oder nur schlecht zu Stande kommt. So hatten manche Freunde und die Familie Schwierigkeiten, persönlich zu gratulieren, aber Julius weiß, dass alle fest an ihn gedacht haben und die über 20 Mails in seinem Postfach waren eine große Freude für ihn. Es braucht sich also keiner Sorgen machen, weil es mit dem Anruf vielleicht nicht ganz so geklappt hat.
Bis bald!