Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/11/05 - Krüger Nationalpark

Krüger National Park

Bilder zu diesem Bericht findet ihr unter: http://alexanderbeutel.tripod.com/kruger_national_park_2006_pretoriuskop_lower_sabie_tamboti/ 

Unser Urlaub begann am 05.11. 2005. Früh am Morgen flogen wir von Cape Town nach Johannesburg. Dort nahmen wir das zuvor gebuchte Mietauto, einen Renault Clio, in Empfang und machten uns auf den Weg in Richtung Krüger Nationalpark.

Schon vom Flugzeug aus hatten wir gesehen, dass es etwas grüner aussah als im Inland. Dieser Eindruck bestätigte sich je mehr wir `gen Osten fuhren. Nach langer Strecke durch flaches Grasland und Felder, Kohleminen und Viehzucht fuhren wir in eine Region ein, wo es Berge gab mit Bäumen, richtigen Wäldern. Es war tatsächlich grün. An manchen Stellen lugten lila Spots aus den Hügeln. Diese lila blühenden Bäume hatte man ebenfalls bereits aus dem Flieger gesehen. Es muss eine Unterart vom Flieder sein, denn der Duft ist ebenfalls sehr kräftig.

Lustige Straßenschilder warnten zwischen Nelspruit und Hazyview vor kreuzenden Nilpferden. In D würde das Dreieckige Warnschild mit rotem Rand lediglich eine Kuh oder ein Reh tragen, hier war es ein Hippo.

Je weiter wir nach Osten kamen, desto dichter wurden auch die Wolken über uns. Bei Nelspruit fielen die ersten Tropfen. Als wir dann in Richtung Hazyview zum Krüger Gate Pretoriuskop fuhren vollzog sich ein regelrechter Wolkenbruch. Es war am Nachmittag um 15Uhr so dunkel, wie abends um 19Uhr. Helle Blitze zuckten durch den düsteren Himmel und der Regen viel so dicht dass man kaum 30km/h fahren konnte. Die Straßen wurden mit roter Erde überspült und Kinder wie Mädchen und Alte liefen mit klebenden Kleidern am Leib zu einem möglichst trockenen Platz oder heim.

Als wir in Pretoriuskop, unserem ersten Camp im Krüger, ankamen, sahen wir unsere ersten Tiere. Eine Gruppe Impalas hatte sich am Tor zu einer dichten Traube gedrängt und harrte dort des Endes der dicken Tropfen.

Nachdem wir unser Rondavel bezogen hatten fuhren wir noch mal raus, um unsere erste kleinere Runde durch den Bush zu drehen. Dabei entdeckten wir ein Warzenschwein, dann einen Elefanten etwas weiter entfernt. Als wir eine Senke durchquerten, die nach dem starken Regen Wasser führte spotteten wir einen Pied Kingfisher (Graufischer), eine Unterart des Eisvogels, um einiges größer als sein kleiner blauer Verwandter.

Bei Dämmerung beeilten wir uns, ins Camp zu kommen. An einer Kreuzung standen plötzlich `zig Wasserbüffel vor uns. Wir hatten ja im Addo Elephant Park schon zwei einzelne Büffel gesehen aber eine Herde dieser wuchtigen Tiere in allen Altersklassen mit kräftigen Bullen und zierlichen Kleinen war einfach noch mal um Einiges beeindruckender. So standen wir an der Kreuzung und um uns herum um die 200 Tiere, die nach uns riechend gemächlich die Straße kreuzten.

Tag 1 war also unser „Wasserbüffel-Tag“.

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Am zweiten Tag verließen wir um 5Uhr das Camp und machten uns auf Entdeckungsreise durch den Krüger. Zuerst sahen wir in ca. 500m Entfernung zwei Nashörner, eines etwas größer als das Andere. Wir waren so happy, weil wir dachten, dass diese Entdeckung etwas ganz Besonderes war und wir nicht näher an diese Tiere heran kommen würden. Also standen wir eine Weile und beobachteten sie durch unser Fernglas. Für ein Foto waren sie allerdings zu weit weg.

Plötzlich kreuzte ein weiteres Tier das Beobachtungsfeld. Es war eine Hyäne, die in angemessenem Abstand aber doch die Optionen prüfend an den beiden Grauen vorbeizog.

Das war ein absoluter Glücksfall, denn Hyänen sind nachtjagende Tiere und um diese Zeit kaum mehr anzutreffen. Wir hatten wohl den Vorteil der Wolken, die die Sonne bannten. Man sieht sie wirklich selten.

Als nächstes stand unsere erste richtige Giraffe neben uns. Das war ein gigantisches Gefühl. Diese eleganten Riesen sind so hübsch. Wenn ich nicht schon zuvor Fan von Giraffen war, jetzt jedenfalls war ich verliebt in diese Tiere. Außerdem war uns das Tier so nah, dass wir sie Blättchen von Bäumen rupfen hörten, beobachten konnten, wie die Vögel, welche Zecken aus dem Fell holen auf ihr herumhüpften und an ihr entlang kletterten. Und als sie die Staubstraße überquerte hörten wir den Sand unter den Hufen. Es war toll. Eine stehende Giraffe ist schon ein toller Anblick, aber wenn sie gehen, geschweige denn laufen muss man einfach dahin schmelzen. Man muss zusehen und kann kaum die Augen von diesen schönen Tieren nehmen.

Auf unseren Weg in Richtung dem Camp „Berg en Dal“ entdeckten wir unsere ersten Zebras und Gnus, die im Buschwerk rechts nahe der Straße grasten.

Kurz vor dem Camp sahen wir noch eine Elefantenherde durch eine Senke links der Straße ziehen, aber auch zu weit weg (ca.200-400m), um sie Schmatzen zu hören. Natürlich sahen wir viele Impalas. Eine Mongoose lief vor uns über die Straße und immer wieder wichen wir dicken schwarzen Tausendfüßlern aus.

Umsonst jagten wir einem Tipp hinterher, der besagte einen Leoparden gesehen zu haben. Als wir den Ort erreichten, war kein Leopard mehr da. Dem war es sicher zu bunt geworden, denn immer dort, wo Raubkatzen sind, stauen sich die Safari-Autos, dicken Allrad-Autos und kleinen “Rumsmurmeln” (oft kleinklassige Leihwagen) der Parkbesucher.

Nach noch mehr Impalas, einigen Schwalben, einem Gecko, einer Leopardenschildkröte, und mehr schönen Giraffen fuhren wir am Abend wieder Richtung Pretoriuskop. An einer Stelle stauten sich die Safari-Trucks und wir stellten uns hinter einen, um zu sehen, was er sah. Es war eine weitere Herde von Zebras und Gnus. Schöne Tiere und gut zu beobachten.

Doch auf einmal leuchteten die Rücklichter des Trucks auf, er hatte den Rückwärtsgang eingelegt und rollte rückwärts auf uns zu. Panik, wir hatten den 1. Gang drinnen, die Handbremse gezogen und Tiere beobachtet. In dem Moment, wo Julius realisiert hatte, dass er Handbremse lösen muss, einkuppeln, 1. Gang rausnehmen, Rückwärtsgang einlegen, sich selbst umschauen und Gas geben muss, hatte es längst geknirscht.

All diese Überlegungen liefen in Bruchteilen von Sekunden ab, aber selbst durch unmittelbares Handeln waren all diese Handgriffe nicht zu schaffen gewesen.

Der Truck hatte uns zusammen geschoben, ich hatte nachdem ich Julius wie im Film beobachtet hatte nur noch schreien können, als diese riesige Grüne Wand vor uns die Motorraumklappe zusammen knautschte. Und Julius haute nur noch auf die Hupe, als klar war, dass alles Handeln zu spät war. Der Truck kam zum Stehen.

Jetzt kam es auf einen klaren Kopf an. Wir brauchten unbedingt irgendeinen Hinweis auf ein Schuldeingeständnis.

Der Fahrer gab uns Name, Identifikationsnummer, Firmenname. Wir notierten Uhrzeit, Ort und Nummernschild. Wir schossen auch Fotos. Zum Glück erklärte er sich bereit, sich im Camp Pretoriuskop, wo er und die Reisegruppe nächtigen würden, mit uns und einem örtlichen Ranger zur Berichterstattung zu treffen.

Zittrig und unter Adrenalin war es uns nicht möglich ordentliche Fotos von dem Rudel Wildhunde zu schießen, die wir dann noch an der Straße entlang laufen sahen. Das war tatsächlich ein äußerster Glücksfall. Diese Tiere sind so selten und vom Aussterben bedroht. Außerdem kann niemand sagen, wo sie sich aufhalten, weil sie auf der Suche nach Beutetieren riesige Gebiete durchstreifen. Es war auch unsere erste und einzige Möglichkeit sie zu sehen. Leider zog dieser Moment an uns vorbei wie im Traum, weil wir noch vom vorausgegangenen Erlebnis benebelt waren.

Wo wir wieder etwas klar denken konnten, war später an einem Wasserloch ca.7km vor dem Camp. Dort badete kurz vor Sonnenuntergang ein Elefantenbulle und hatte sichtlich Spaß dabei. Was er anscheinend nicht so toll oder gerade lustig fand, waren die Nilpferde im See. Diese tauchten gelegentlich auf und zeigten, Ohren, Augen und Nasenlöcher. Wenn man sie nicht sah, dann wusste man trotzdem, wo sie waren, denn Mr. Elefant schnellte gelegentlich prustend herum und schlug mit dem Rüssel auf das Wasser, oder trat nach ihnen, um sich dann wieder ins Vollbad fallen zu lassen. Es war ein unvergessliches Erlebnis den grauen Riesen, baden und spielen zu sehen.

Aufgrund unserer ersten Giraffen, die uns so sehr beeindruckt haben und so nah waren nannten wir Tag 2 den „Giraffen-Tag“.

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Am dritten Tag mussten wir in Richtung Skukuza Main Camp fahren um unsere Aussage bei der dortigen Polizeistation zu machen. Der Fahrer des Trucks hatte versprochen, seine Aussage per Fax zu schicken, denn er musste mit seiner Reisegruppe weiter reisen. Na das konnte heiter werden. Zumindest hatten wir am Vorabend mit dem mobilen Chief einen Zeugen, der eine einheitliche Aussage von Julius und dem Fahrer bestätigen konnte. Aber was sind schon Worte vor dem Gesetz?

Natürlich fuhren wir nicht einfach nur nach Skukuza, sondern die wie für diesen Tag geplante Strecke, also auch Sandstraße.

Wenige Meter nach dem wir Pretoriuskop verlassen hatten, kurz nach 5Uhr morgens, wurde uns das Erlebnis beschert, welches diesem Tag seinen Namen geben sollte. Direkt vor uns auf der Sandstraße standen drei Nashörner, ein Bulle, eine Kuh und ein recht ausgewachsenes Junges. Langsam ließen wir uns heranrollen und beobachteten jede winzige Reaktion der Tiere. Sie sollen ja recht aggressiv sein. Dass sie Kraft haben und eine gefährliche Waffe war offensichtlich. Man konnte fast froh sein, dass das Auto schon eine Knautschzone hatte, eine mehr hätte da wohl weniger was ausgemacht.

Letztendlich trennten uns vielleicht noch 3-4 Meter von den grauen Kraftprotzen und uns schlug das Herz bis zum Hals. Wir stellten den Motor ab und vermieden jegliche metallische Geräusche. Wir flüsterten nur noch. Sowieso waren wir des Atems beraubt.

Der Bulle hatte sich ins höhere Gras zurückgezogen und ist dort zu einem Nickerchen zusammengesunken. Die anderen beiden Nashörner taten es ihm gleich und sanken direkt neben uns auf die Straße um dort schnaufend und müde blinzelnd zu relaxen. Nur die zeckenfressenden Vögel schwirrten herum, kletterten über den Rücken, die Wangen, zwischen und in die Ohren. Mit den Ohren scannten die Nashörner ihre Umgebung ab als wären sie Radare.

Langsam musste ich mich des Tees vom Morgen entledigen, doch wir wussten nicht, wie wir an den Panzern vorbeikommen sollten. Jede unserer Bewegungen wurde klar wahrgenommen und mit den kleinsten Reaktionen bedacht. Der riesige Kopf schnellte hoch oder es wurde gegrollt. Doch dann ergab sich eine Situation, die uns keine Wahl lies.

Ein Truck des Sunrise-Game-Drive kam und stellte sich direkt hinter uns. Er würde dort nicht lange bleiben, denn in den drei Stunden, die so eine Ausfahrt dauert, wollen die Gäste ja noch mehr Tiere sehen. Julius öffnete das Fenster auf seiner Seite, denn ich traute mich nicht, aus dem meinen heraus zu sprechen, und fragte den Guide, ob er denke wir könnten ohne Risiko vorbeifahren. Er nickte, also starteten wir den Motor. Dabei schnellte die Nashornkuh auf und stellte sich auf uns zu. Als wir anfuhren und Anstalten machten, dass wir passen wollten, machte sie zwei Schritte auf uns zu – und ich schloss mein Fenster aus Angst, sie würde angreifen. Doch beide Tiere drehten bei und waren mit 2-3 flotten Schritten im Busch.

Also so? Sie vermieden den Konflikt eher als einen Kampf zu riskieren.

Das lernten wir auch später noch. Die weißen Rhinos (Breitmaulnashörner) waren die friedlicheren Gesellen. Den schwarzen Rhinos (Spitzmaulnashörnern) kommt man besser nicht zu nahe. Diese sind zwar kleiner aber hypernervös, angriffslustig und aggressiv. Denen sind wir, soweit wir das beurteilen können, zum Glück nicht begegnet.

Nach diesem nervenaufreibenden Erlebnis tat es unglaublich gut, ein paar Impalas zu sehen. Giraffen liefen am Hang durch niedrige Bäume und Busch am Horizont entlang. Eine verspätete Hyäne rannte die Straße entlang, Warzenschweine rupften Gras am Wegesrand. Ein Jackal sprang wie ein Zwischending zwischen Wolf und Fuchs durch das Gras.

Bei Skukuza im Fluss Sabie sahen wir dann Nilpferde und eine Krokodil in der Sonne braten. Im Flussbett stand auch ein Sattelstorch und badeten einige Geier. In Campnähe halten sich oft Affen – Paviane – auf. Die dringen manchmal ins Camp ein und räumen die Mülleimer aus. Es sind wirklich schlimme Tiere, dreist und gefährlich.

In Skukuza verbrachten wir die Mittagsstunden, denn zwischen 12 und 15 Uhr bewegt sich so gut wie nichts. An dem Tag war es so heiß, dass schon um 11 Uhr die Impalas einzeln jeweils ein Plätzchen unter einem schattigen Busch gesucht haben und sich nicht mehr bewegten.

Julius machte seine Aussage bei der Polizei und ließ sich das nächste Verfahren erklären. Die Autovermietung in Johannesburg könnte sich die Aussagen zufaxen lassen, aber zunächst müsse noch die Aussage der zweiten Partei eingehen, und sie muss übereinstimmen. War nur zu hoffen, dass der Fahrer bei seiner Version bleibt und die Aussage auch macht.

Unter einem Strohdach aßen wir Mittag einen Salat. Doch das war nicht das Wichtigste an dem Strohdach. Unter diesem hingen nämlich hunderte von Fledermäusen. Und bestimmt die Hälfte von ihnen hatte ein Junges unter den Flügeln versteckt. So schliefen sie dort, oder schaukelten, oder putzten sich und ihren Nachwuchs kopfüber. Das war vielleicht lustig und niedlich mit anzusehen.

Für die Mittagszeit finden sich in meinen Notizen nur eine Echse, die Beobachtung eines riesigen wespenartigen Insekts und die Sichtung gigantischer Spinnennetze oder –bauten.

An diesem Tag sahen wir natürlich auch wieder Zebras und Gnus, einige Kudus und Wasserböcke. Wir hatten zwei Tage gebraucht um den Unterschied zu bestimmen zwischen Kudu und Wasserbock, denn beides sind graue große Rehe. Erst hielten wir den Wasserbock für einen Kudu und wunderten uns über die kreisrunde weiße Zeichnung um seinen Po und das dicke Fell. Doch als wir die richtigen Kudus sahen, wie wir sie kannten, mussten wir herausfinden, was das andere für Tiere waren. Wir kauften uns ein Tierbestimmungsheft und mit dessen Hilfe konnten Fotos benannt und Beobachtungen beim Namen genannt werden.

Außerdem haben wir an diesem Tag wunderbar bunte Vögel gesehen, mit lila Kehlchen, blauem Bauch, grünen Flügeln, gelbem Rücken und grün-blauem Kopf, die Gabelracke.

Auf dem Rückweg nach Pretoriuskop hatten wir noch mal die Möglichkeit Nashörner zu sehen. Bei deren Anblick stieg sofort wieder der Adrenalinspiegel im Blut und ich war fast dazu geneigt zu sagen, für heute genug Rhinos gesehen zu haben. Aber bis dahin wussten wir nicht, ob wir noch mal welche sehen würden und genossen dann doch, sie noch einmal beim Fressen zu beobachten, rupfen und schmatzen zu hören.

Das war Tag 3, der „Nashorn-Tag“.

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Am 4. Tag fuhren wir in das 2. Camp, nach Lower Sabie. Früh um 5 Uhr sahen wir auf unserem Weg aus Pretoriuskop heraus eine Menge Tiere. Als erstes ein Nashorn. Ja, tatsächlich, wieder ein Nashorn und auch noch einen Riesen. Danach begegneten uns noch eine Auswahl kleinerer Böcke, Rehbock (Common Duiker) und Steinbock (Red Duiker). Warzenschweine, Zebras und Gnus waren wieder ungefähr an der Stelle, wo unser Unfall gewesen ist.

Man konnte nun schon ungefähr sagen, welche Tiere man wo ungefähr sehen können würde. Wir nannten hohes grünes Gras und Busch = Nashornland, Grasstoppeln unter niedrigen Bäumen = Warzenschweinland, niedrigeres gelbliches Gras zwischen Busch = Zebra- und Gnuland, offenere Busch- und Baumsavanne = Giraffenland, Wasserlöcher = Wasserbockland. Elefanten laben sich zwischen grünen Bäumen und Büschen. Löwen liegen auf freien trockenen Stellen im Schatten herum und Leoparden sind an Flüssen, liegen auf den Bäumen im Schatten und dösen. Nur die Impalas sind fast überall.

Einige Biegungen weiter mit Tempo 30 gab es plötzlich eine Vollbremsung. Von links war ein Nashorn in die Kurve rein gelaufen und weil wir immer beide in eine Richtung rechts und links der Straße schauten haben wir das Tier vor uns erst sehr spät gesehen. Mit Tempo 50, der maximal möglichen Geschwindigkeit, wären wir sicher hinein gefahren. Aber bei mehr als 25 km/h kann man kaum noch gründlich nach Tieren Ausschau halten. Daher das gemäßigte Tempo. Das Rhino hat sich aber auch erschrocken und eine Satz zurück ins Grün gemacht, bevor es dann vor uns die Straße querte.

Als nächstes beobachteten wir die Tiere, die Tag 4 den Namen gaben. Eine Gruppe Elefanten hatte sich entschieden, direkt neben der Straße vom Buschgrün zu frühstücken. Wir stellten uns zwischen sie und sahen ihnen zu, lauschten beim Rupfen und Schmatzen, Grollen und Schnaufen. Wir konnten sie sogar riechen. Die Gruppe bestand aus zwei riesigen Kühen, einigen Jugendlichen und einem jüngeren Elefant. Ein Foto zeigt eine der gigantischen Riesen wie sie die Straße entlang schlürft (es hört sich wirklich an wie ein Alter Mann mit Pantoffeln im Hinterhof), im Hintergrund ein Mercedes. Der hatte wohl Angst um sein Auto und setzte zurück, obwohl er noch 150 Meter entfernt war. Wir waren derweil mittendrin, und relaxt, denn Tiere lesen ist nicht schwer und unser Auto war schon demoliert.

Zwischen den Elefanten spielten eine Gruppe Zwerg-Mangusten (Mongoose), Erwachsene und ganz kleine Winzlinge. Wir hatten echt Glück, im Frühling da zu sein. Die Pflanzen waren nicht mehr so ausgedorrt wie im trockenen Winter und viele Tiere hatten bereits Junge oder noch die Jungen von vor einem Jahr bei sich, oder waren schon hoch schwanger.

Wir sahen wieder Impalas, Grünmeerkatzen (Vervet Monkeys), und dann eine Masse an Autos, alle natürlich höher als unser Renault Clio. Also sahen wir erstmal nichts. Es wurde von einem Löwen gesprochen, der auf dem Felsen lag und döste. Bisher hatten wir noch keine Raubkatze gesehen und die Hoffnung fast schon aufgegeben. Doch laut Statistik müsste uns so langsam einer begegnet sein. Und da war er, der Löwe. Doch äußerst schlecht zu sehen. Er lag flach 100m entfernt hoch oben auf einem Felsen, in ähnlicher Farbe. Wir konnten nur kurz einen Blick auf seine zwei Vorderpfoten und den Bauch werfen, bevor wir dem Andrang wichen. Zumindest konnten wir sagen, wir hätten einen Löwen gesehen.

An diesem Tag sahen wir noch unser erstes und einziges Nyala die Straße hinter uns queren, außerdem Büffel, Giraffen, Tiputip, Racke, Wachteln, Seeadler (Fisheagle), Kampfadler, Kibitz, Tokos (Hornbill) und Graufischer (Pied Kingfisher).

Beim Lower Sabie Camp ist der Sunset Dam. Darin badeten viele dicke Hippos. Ab und an wechselten sie mal die Position, Gähnten einen gigantischen Gähner mit ihrem Riesenmaul, Röhrten zu aufdringliche Nachbarn an, spielten Nilpferdhasche um einen trockenen toten Baum im Wasser und pupsten was das Nilpferd hergab.

Es schwammen auch Krokodile im Wasserloch herum. Und am Rand standen ein Seidenreiher und ein Sattelstorch und ein Stelzelläufer stelzte durch das flache Nass und pickte nach was-auch-immer.

Julius hatte seit dem Flug Probleme mit den Nebenhöhlen. Der Druck hatte sich bis zum heutigen Tag immer mehr gesteigert und mittlerweile waren die Schmerzen kaum mehr auszuhalten für ihn. Sie strahlten von der Stirn schon bis zu Ohren und zum Kiefer aus. Ich schickte ihn also nach Skukuza zum Arzt und blieb selbst den Nachmittag über in Lower Sabie im Camp. Der Tag war so heiß und hatte mich auch geschlaucht.

Nach 1,5-2h war Julius zurück mit der Diagnose: ungenügend gereinigte Frischluftfilter in Billigfluglinien, einer Packung Antibiotika und einer Rechnung über 400 Rand. Jedenfalls würde es jetzt hoffentlich besser werden und wir wussten was Sache ist. Julius sollte wieder kommen, wenn sich in 2 Tagen keine Besserung einstellte. Das würde aber schwierig werden, weil wir dann bereits nördlicher im Krüger unterwegs wären, relativ außer Reichweite des Main-Camps. Aber was sein muss, muss sein.

Am Abend kamen eine große Pavianfamilie mit Babys und Tanten zum Wasserloch. Warzenschweine kamen um im weichen Boden zu schnüffeln. Und ein riesiger Elefant hatte sich entschlossen von den 3-4 Büschen am Rand des kleinen Sees zu fressen und penibel die kleinsten Blattspitzen zwischen die Lippen zu schieben. Dabei entstand ein wundervolles Sonnenuntergangsfoto.

Das war Tag 4, der „Elefanten-Tag“.

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Am 5. Tag fuhren wir von Lower Sabie aus in Richtung Crocodile Bridge. Gleich nach Sonnenaufgang um 5Uhr stand eine Giraffe im Gegenlicht. Das ergab ein wundervolles Afrikafoto. Etwas weiter standen Rhinos im Busch, aber die hatten wir schon besser gesehen.

Am Vormittag sahen wir dann nicht viele Tiere. Eine Trappe, einige Tiputips und später gegen 7 Uhr eine Hyäne, die direkt an unserem Auto vorbei lief und skeptisch nach uns schielte. Sie war so außer Atem und so dick, dass sie nur Tragend sein konnte. Schaut auf das Bild und urteilt selbst.

Gegen 9Uhr begegneten wir einer Büffelherde mit wiederum ca. 300 Tieren, wenn nicht noch mehr, den der Zug der Tiere von der einen Straßenseite zur anderen dauerte bestimmt 20 Minuten und es standen immer noch Tiere beiderseits. Die Herde hatte wieder alles dabei, riesige Alte mit beachtlichen Hörnern, schlanke Kühe, zappelige Jugendliche, sorgsame Mütter und ängstliche Kälber. Zwischen dieser Herde standen wir und frühstückten. Und neben uns schnauften und schmatzten die Wasserbüffel.

Warzenschweine waren am Vormittag noch unterwegs und eine Gruppe von 4 Zebras konnten wir eine Zeitlang beobachten. Aber es war Allen zu heiß. Kaum etwas regte sich noch nach 11Uhr.

Wir hatten nach 4 Tagen Toast mit Salami und der geringen Auswahl an Fastfood in den Camps solchen Appetit auf Pizza, dass wir kurz entschlossen am Gate in Crocodile Bridge den Krüger verließen, und in den nächsten Ort in 10km Entfernung, Komatipoort, fuhren, dort tankten und beim ortsansässigen Fleischer ein Pizza mit Schinken, Käse und Ananas backen ließen.

Bis 14 Uhr saßen wir dann im Schatten im Crocodile Bridge Camp bei 35°C und schwitzen. Das war kaum mehr auszuhalten und wir entschlossen uns trotz geringer Wahrscheinlichkeit, bei dieser Hitze Tiere zu sehen, doch das klimatisierte Auto in Gang zu setzen. 

Es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung das Beste war, was wir machen konnten. Kurz nach Crocodile Bridge kamen wir auf eine Sandstraße rechte Hand und plötzlich war alles da. Wir sahen Wasserbüffel, Zebras, Gnus, Impalas, Warzenschweine, Giraffen (in unglaublicher Vielzahl) und Elefanten. Ein Fluss verlief entlang der Straße und alles was vier Beine hatte war entlang dieser Oase unterwegs.

Wir sahen Wasserböcke, Seeadler, Duiker, Tiputips, Wachteln und Hornbills (Tokos). Später bei Lower Sabie konnten wir wieder Nilpferde und Krokodile beobachten, außerdem einen Graureiher, einen Leguan, den Haubenbartvogel und einige Affen. Der Tag endete wieder am Sunset Damm mit einem wundervollen Sonnenuntergang.

Das war Tag 5, der „Alles-Tier-Tag“.

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Der 6. Tag war noch heißer als der Tag zuvor. Wir verbrachten ihn daher im Auto, denn schon um 11 Uhr hat man es draußen nicht mehr ausgehalten. Ein Fön von 38°C trocknete die Lippen aus und sorgte für anhaltenden Durst.

Die Abfahrt aus Lower Sabie viel uns schwer. Hier konnte man gut Tiere gucken, wegen des Sabie Flusses und dem Wasserloch. Pünktlich um 5Uhr verließen wir das Camp und stießen prompt auf zwei Hyänen, die offensichtlich zu ihren Schlafplätzen unterwegs waren. Zumindest in ihrem Fall hatten wir die Wahrscheinlichkeit sie zu sehen bis aufs Äußerste ausgereizt. Hyänen spalten aber noch immer unsere Mögen/NichtMögen Skala. Sie sind recht hässlich, „lachen“ laut und fressen Aas, aber sie haben hübsche Augen und sind äußerst sozial. Als Aasfresser sind sie außerdem die Müllmänner und verhindern Krankheiten.

Trotz der Hitze sahen wir wieder die Meisten der bekannten Tierarten, Trappen, Duiker, Giraffen, Nashörner, Hornbills, Zebras, Gnus, Seeadler und Schlangenadler und Geier. Gegen 7 liefen zwei Honigdachse (Honey Badger) über die Sandpiste, ebenfalls eine unserer ersten und einzigen Begegnungen.

Dann das große Glück. Gegen 9 auf Höhe Skukuza eine Traube von Autos. Da war er endlich, ein richtiger Löwe in voller Pracht, mit Mähne und sitzend im Schatten wie eine Sphinx in 50m Entfernung. Dort standen wir also eine Weile und Frühstückten.

Eines der anderen Autos fuhr davon, drehte aber 300m weiter um und kam zurück. Wir wunderten uns warum und stellten nach genauerem Hinsehen fest, dass eine Gruppe Wasserböcke die Straße überquert hatte und sich stetig der Stelle näherte, wo der Löwe nun sein Nickerchen hielt. Wir waren so gespannt, was passieren würde. Wer würde wen bemerken und was geschieht dann?

Die Wasserböcke, vier an der Zahl, liefen also im Entenmarsch in Richtung des Busches unter dem Mr. Löwe lag. Plötzlich stoppt das erste Tier, schaut kurz, verspannt sich und setzt in weiten hastigen Sprüngen davon, als der Löwe mit dem Kopf hochschnellt, kurz seine Muskeln spannt, jedoch liegen bleibt, weil die Beute schon auf und davon war. Die anderen drei Kollegen haben sich auch dafür entschieden die Beine in die Hand zu nehmen und das Weite zu suchen. Mr. Löwe blinzelte noch etwas in der Gegend herum, um sich dann wieder im Schatten lang zu machen.

Zunächst waren Raubkatzen meine ersten Ziele, wenn es darum ging, was ich im Krüger sehen will, doch nachdem diese immer nur herumlagen, schlecht zu sehen waren, und ohne beobachtbare Handlung, muss ich sagen, dass ihnen die Giraffen, Elefanten, Nashörner, Zebras und Wasserbüffel den Rang abgelaufen haben.

Mittag hielten wir in einem der Picknick Areas, wo das Aussteigen erlaubt ist und man Toiletten und Getränke finden kann. Der Picknick Spot hieß „Muzandzeni“. Ich erwähne ihn, weil es für uns der schönste war. Kaum Touristen, bei einem Wasserloch an dem Zebras und Gnus trinken, Geier rasten, mitten in „Löwenland“ (6 Löwen trieben sich laut Aussage des Platzwartes im Schatten der umliegenden Büsche ungesehen herum), und Elefanten streifen herum. Hier haben wir einen lustigen kleinen Baby Elefanten gesehen. Der Platzwart sagte, dass der keine Chance hätte, wenn er ohne seine Herde unterwegs ist, aber wenige Minuten später kam eine große Elefantenkuh vorbei und die beiden zogen gemeinsam weiter. Der Kleine war also zum Glück nicht allein.

Am späten Nachmittag kamen wir im „Tamboti“ Zeltcamp an. Dieses liegt an einem Flussbett, welches bei unserem Besuch trocken war und Kudus und Affen darin wanderten. 1 km weiter ist das Camp „Orpen“, wo wir unser Zelt zugewiesen bekamen und im kleinen Markt Chips und Wasser kaufen konnten. Außerdem hat Orpen einen Pool (haben alle größeren Camps im Krüger), dessen Abkühlung wir bei der Hitze am Abend gern noch genossen und Impalas und Affen beobachteten, die hinter dem Camp am Wasserloch trinken kamen sowie Riesenameisen die an unserer Decke im Gras vorbeihasteten.

Wir aßen unter dem Moskitonetz auf der Terrasse in „Tamboti“ Chips mit Guacamole und tranken Tee zum Abendbrot. Das Moskitonetz war weniger gegen Mücken als gegen all die anderen fliegenden Wesen, Grashüpfer, Libellen, Beetles, Schnaken, Motten und andere Krabbeltiere. Dabei konnten wir einen weiteren cleveren und süßen Gesellen beobachten. Wir hatten über der Tür des Zeltes eine Lampe, welche die Terrasse beleuchtete. Während ich meiner Mutter eine Postkarte schrieb und Julius sein Buch lies sammelten sich unzählige Insekten und schwirrten um das Licht. Alsbald fand sich ein Nutznießer. Ein Frosch hatte den hoch gerollten Vorhang des Zeltfensters erklommen, wie auch immer, um in die Nähe der Lichtquelle zu gelangen (ca.1,2m hoch), die ihm als Futterquelle diente. In wenigen Sekunden hat er ein Flattertier nach dem anderen geschnappt und verspeist, um sich danach nur noch um die absoluten Leckerbissen zu scheren. Ebenso wurde die Lichtquelle über dem öffentlichen Telefon (ca. 2m hoch) genutzt.

An diesem Tag habe ich mit Brille geduscht und auf das Haare Waschen verzichtet, denn die Duschräume waren voll von Faltern, Kakerlaken, Libellen und anderem undefinierbarem Käfergetier. In der Nacht träumte ich von Pavianen die in das Zelt eindringen, weil sie Nahrungsmittel gerochen hatten. Es gab hier wirklich Affenprobleme. Sie warfen Mülleimer um und räumten sie aus und laut eines Aushanges gehen sie auch in Zelte, wenn sie darin Essbares vermuten. Daher wohl der Albtraum. Und so ein Zelt kann man ja nicht abschließen wie ein Zimmer. Wir hatten keinen Schlüssel, lediglich einen Riegel. Und Baboons haben Kraft, die sie Hemmungslos einsetzten. Da hätte auch keine Naht am Fensterstoff sie zurückgehalten. Realistisch gesehen war mir klar, dass eigentlich nichts passieren kann, aber wer kann schon seine Träume steuern. Für Julius hatte das auch seine praktische Seite, denn er musste oder durfte diese Nacht in meinem Einzelbett schlafen.

Tag 6 war wegen der Hitze ein „gemäßigter Alles-Tier-Tag“, wegen der Besonderheit vielleicht ein Dachs-Tag oder Frosch-Tag. Aber es hat uns auch Spaß gemacht, eine Gruppe von 11 Giraffen an einem Wasserloch zu beobachten, durch eine Gruppe hübscher Zebras zu fahren, sechs Elefanten beim Trinken und Herumschlammen zuzusehen und eine Herde Wasserbüffel beim Baden zu erleben.

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Am 7. Tag wollten wir original den Krüger Park am Orpen Gate verlassen, aber nachdem ich so furchtbar traurig war, weil ich einfach nicht genug von den Giraffen bekommen konnte, schlug Julius vor, noch mal den Krüger zu durchqueren und ihn über das Phabeni Gate bei Hazyview zu verlassen. Gesagt getan.

Zu allererst sahen wir Impalas und Warzenschweine. Doch die ersten größeren Tiere waren … eine Gruppe Giraffen. Morgens kurz nach 5 Uhr standen direkt an der Kreuzung zwischen Orpen und Tamboti meine eleganten Lieblinge. Eine schubbelte sich an einem toten trockenen Baum hinter den Ohren. Andere suchten sich mit ihrer langen Zunge die leckersten Blättchen zwischen den Stacheln der Büsche. Zwei Giraffenbabys wurden nacheinander von der jeweiligen Mutter gesäugt. Die Leitkuh bestimmte die Abzugsrichtung. Und die Jugendlichen ging das Alles wenig an. Die Tiere links von uns mussten die Asphaltstraße überqueren, um den anderen auf der Rechten Seite zu folgen. So hatten wir die tolle Chance, sie noch mal in voller Pracht zu sehen, ihre Bewegung zu studieren und ihre Hufe klacken zu hören auf dem Teer, bzw. knirschen auf dem Sandstreifen zu beiden Seiten.

Eine Gnuherde überquerte später im Entengang die Teerstraße von rechts nach links, so dass wir bestimmt 10 Minuten jedes einzelne Tier vor uns vorbeiziehen sehen konnten. An diesem Tag sahen wir außerdem noch mal Nilpferde, Adler, Impalas, Kudus, Wasserböcke, Duiker, Affen, Warzenschweine, eine Schildkröte und Trappen.

Es gab sogar noch eine Neuheit. Wir hatten nicht gedacht, dass es sie hier gibt, aber wir sahen ein Straußenpaar mit ihren drei Kücken. Etwas später durchquerten wir noch einmal eine weite Grasfläche auf denen hunderte Büffel grasten, lagen oder wanderten. All das war ein gebührender Abschied.

In Skukuza fuhren wir noch mal die Polizeistation an, um in Erfahrung zu bringen, ob die Aussage des Fahrers eingegangen war. War sie natürlich nicht und Julius fragte, wie jetzt verfahren wird. Es stellte sich heraus, dass wenn sich der Gegenpart nicht innerhalb von 5 Werktagen meldet, er die Schuld eingesteht. Wir brauchten ihn also nicht anrufen und zu  betteln, dass er aussagt, denn ohne Aussage von ihm waren wir dennoch aus dem Schneider. Wir mussten also bis Montagabend warten um sicher zu gehen, dass der Unfall von Dienstagabend die Woche davor auch wirklich 5 Werktage alt ist. Wir waren uns nicht sicher, ob der Samstag dazu zählt, aber wenn wir ohne ihn zählten wären wir mit Mo. Abend auf der sicheren Seite.

Die Autovermietung fragte uns bei nochmaligem nachhacken durch ein Telefonat von Julius, ob es wirklich notwendig ist, dass wir das Auto in Nelspruit wechseln, denn es würde ja schließlich noch fahren. Normalerweise hätten wir darauf bestehen können, dass sie uns ein Auto bringen. So hatten wir angeboten, auf dem Weg nach Swaziland in Nelspruit vorbei zu kommen. Außerdem hat die Vermietung nun unsere 9000 Rand Selbstbeteiligung nicht mehr nur geblockt aber eingezogen, denn solange unsere Unschuld nicht bewiesen ist, müssen sie uns chargen. Das Alles klang insgesamt nicht gerade zuversichtlich. Zuerst hörten wir tolle Versprechungen wie einfach wir das Klären könnten, keine Probleme mit Wechsel des Wagens und dann ruft keiner zurück, es holt sich niemand den Polizeibericht ein und es wird der Autotausch verzögert. Das kann ja noch heiter werden.

Wir blieben nicht zum Mittagessen in Skukuza. Wenn ihr es irgendwie vermeiden könnt, fahrt nicht in dieses Camp. Es gibt bessere Stellen um Tiere zu beobachten, ihr vermeidet Touristenmassen und teure Einkaufsmöglichkeiten, Massenabfertigung und all die Safari-Trucks, die die Sicht versperren und noch das letzte Wild verjagen, indem sie überall zuerst sind und das im Minutentakt. Skukuza ist ein Ameisenhaufen – völlig überlaufen.

In der Nähe von Skukuza hatten wir allerdings noch mal das Glück einer Gruppe Elefanten zu begegnen. Das war jedoch nicht ganz ungefährlich, denn es sammelten sich viele Autos, um die Tiere zu sehen und ein Fahrer war so fies, neben einem kleinen Elefanten herzufahren, anstatt stehen zu bleiben und den Motor auszuschalten. Der Kleine lief natürlich vor ihm weg. Damit war es nicht nur den anderen Besuchern nicht mehr möglich, ebenfalls ein Foto von dem Süßling zu schießen, sondern er versetze auch eine riesige Elefantentante in Aufregung.

Freudig grinsend fuhr der Idiot an uns vorbei und meinte – da kommt noch ein Großer – ich hatte traurig und wütend geschaut, als der Kleine von ihm in die Büsche getrieben war, so dass wir ihn nicht mal beobachten konnten. Und über den großen Elefanten danach konnte ich mich zunächst auch nicht richtig freuen, denn in seiner Aufregung hielt er direkt auf uns zu. Nachdem er uns prüfte und für unschuldig befand, zog er schnaufend vorbei, mit den großen schlürfenden Pantoffelsohlen. Uns blieb ein gigantisches Elefantenfoto zur Erinnerung.

Beim Herausfahren begegneten wir auf den letzten 4-5km noch mehreren kleinen Zebragrüppchen und einer Giraffe.

Am Nachmittag verließen wir den Krüger in die Mpumalanga Provinz Richtung Hazyview, Sabie und Graskop. (Siehe folgender Bericht) Ich hatte mehr als einen Kloß im Hals, denn es war so verdammt schön im Krüger bei den Tieren und wird lange nicht mehr erlebbar sein für uns.