Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/07/12 - Karoo Beaufort West

Bilder zu diesem Blog findet ihr unter: http://fahrinurlaub.tripod.com/beaufort_west_karoo/

Tag 19: (11 July 2006)

An diesem Morgen brachen wir aus Kimberley auf, um nach Beaufort West zu fahren, einer Stadt 10 km entfernt des Karoo National Parks.  

Am frühen Nachmittag trafen wir dort ein und bezogen unser Hotelzimmer. Wir hatten diesmal nicht im Park gebucht, weil die Unterkünfte um ein Vielfaches teurer waren. Das Zimmer im Hotel war geräumig und lag zu einer Nebenstraße hinaus. Es gab einen Fernseher und sogar Radio. Leider roch Alles ziemlich angezogen nach Rauch, obwohl uns dieses Zimmer als Nichtraucherzimmer angeboten worden war. Komisch auch, dass es einen Aschenbecher hatte. Sehr klever. Aber es gab Heizung und Teekochutensilien. Ihr glaubt nicht, wie wichtig das für uns geworden ist. Und ich kann mir nicht mehr vorstellen ohne Wasserkocher und Teebeutel zu leben.

Nachdem die Sachen abgeladen waren, schlenderten wir noch etwas durch die Stadt. Sie bestand hauptsächlich aus der Hauptstraße, an der sich alle wichtigen Geschäfte, Büros und Restaurants befanden. Die Hauptstraße ist übrigens die N1, die wichtigste Autobahnverbindung des Landes, zwischen Kapstadt im Südwesten und Johannesburg im Nordosten. Es schlängelte sich also alles was Räder hatte durch dieses Nadelöhr. Das hatte den Vorteil, dass man die Straße überqueren konnte, denn man konnte durch den Stau auf die andere Straßenseite schlüpfen, was ja bei normalem Autobahnverkehr kaum denkbar wäre. Es hatte aber auch den Nachteil, dass es unglaublich unruhig und gedrängt war, stickig und laut. Aber es sollte uns nicht stören, wir waren zu Fuß unterwegs und liefen bald die Nebenstraßen.

Die Suche nach einem Fotoshop war allerdings ein kleines Abenteuer. Wir wollten lediglich Fotos von der SD Karte auf CD brennen lassen. Das Internetcaffee hatte bereits geschlossen, ein Restaurant welches PC Zugang anbot hatte nicht die entsprechenden Anschlüsse, der kleine Fotoladen in der Hauptstraße hatte nicht das entsprechende Programm und die Mall hatte eenfalls um 16.30 geschlossen und würde am nächsten Morgen auch erst 9.30 öffnen. Wir wollten doch aber früh in den Nationalpark und vorher noch die Karte für neue Fotos frei machen. Aber an diesem Abend war nichts mehr zu wollen.

Nach dem kleinen Stadtrundgang schrieb ich also noch 1-2 Postkarten und danach gingen wir Essen. Bei Saddles, einem Stake Restaurant, kehrten wir ein. Ich hatte Lamm und Julius Sirloin Steak. Die Saucen schmeckten und das Fleisch war ausreichend weich. Meines hatte einen Fettrand, was an sich ja nicht schlimm ist, aber wenn man sich dem Fleisch in dieser Region näherte dann schmeckte dieses unheimlich angezogen nach Schaf. Das war mir dann nicht so ganz koscher. Mit einem süßen Nachtisch und einer heißen Schokolade verwöhnten wir die Geschmacksnerven. Ich musste leider danach noch lange aufstoßen, wobei der Schafsfelldunst wieder aufstieß. Bisher aß ich Lamm ganz gern, aber ihr werdet verstehen, dass ich seit dieser Erfahrung keines mehr angerührt habe und Saddles kein Anlaufpunkt mehr für uns ist.

Tag 20: (12 Juli 2006)

Am nächsten Morgen standen wir pünktlich um 8 Uhr vor dem Internetcafe, bei dem wir hofften wir könnten die Fotos oder wenigsten einen Teil davon auf USB überspielen, um etwas Platz für neue Bilder zu haben. Aber wie das in Südafrika so ist, war auch Viertel nach 8 die Tür noch verschlossen. Im Hinterhof des Frisörladens nebenan saß der nette Mensch und trank seinen Morgenkaffee bei Schwatz und guter Laune. Dabei auch der Inhaber des Obst- und Gemüseladens, der uns ausrichtete, es würde sofort geöffnet. Sofort war kurz nach halb 9. Das nächste Hindernis waren auch hier die Anschlüsse. Es gab keinen USB2 Anschluss sondern nur USB1. Dadurch war die Übertragungsgeschwindigkeit denkbar schlecht. 10 Minuten nach 9 Uhr setzten wir uns in Bewegung Richtung Nationalpark.

Dort drehten wir zunächst eine Runde mit dem Auto durch den Teil, wo das Nashorn leben sollte. Leider sahen wir das Nashorn nicht, nur ein paar Zebras, Straußen und einen Bussard.

Danach stellten wir das Auto an der Information ab und wanderten einen der umliegenden Berge hinauf. Es duftete wieder würzig nach trockenem Gestrüpp und wir wunderten uns wieder sehr, wie solch trockenes, hartes Laub so leuchtend rosa und gelbe Blüten hervorbringen kann. Vom Plateau aus genossen wir die Aussicht über den Jahrmillionen alten Canyon. Unten im Tal sahen wir eine Art Rehe umherstreifen und um uns herum beobachteten dunkle kleine Vögel, deren Gefieder gegen die Sonne grün-blau-lila schimmerte und deren zwei Schwanzfedern länger waren als der Körper an sich. Da die Sonne auf unsere Köpfe prasselte und man dem ungeschützt ausgesetzt war (fehlende Bäume), beschlossen wir nicht den langen Weg bis zum Adlernest zu gehen und traten den Abstieg an. Unten begingen wir noch den Naturlehrpfad, der über die Entstehung dieser Erdformationen informierte und einige Fossilien ausstellte. Vor Ewigkeiten schnitt sich ein Fluss seinen Weg durch das Land, welches später durch Druck, erzeugt durch Plattenverschiebung, noch angehoben wurde. So ist die flache Graßebene heut auf einer Höhe von 1800 m anzutreffen. Aber einen Fluss gibt es nicht mehr.

Am Nachmittag sind wir auf ein weiteres höheres Plateau gefahren, als dem welches wir am Vormittag erklommen hatten. Dort oben sind wir ausgewaschene Four-by-Four Trails (Jeep-Strecken) entlangewandert, haben versucht die Spuren von Zebras und Antilopen zu lesen und die Zebras verunsichert, die in 1 km Entfernung standen und uns nicht aus den Augen ließen. Am Horizont sahen wir auch noch eine Antilopenart davonspringen. Uns beunruhigten verhältnismäßig große Kothügel. Irgendwie hatte ich Angst, dem schwarzen Nashorn zu begegnen, aber das konnte kaum hier oben leben. Gegen Abend sahen wir dann noch den schwarzen Adler, für dessen Präsenz der Karoo Nationalpark bekannt ist. Ausserdem sahen wir noch eine Familie Affen im Canyon herumsteigen und einzelne Duiker, eine hasengroße Rehart, sprangen wenige Meter vor unserem Auto vom Hang, auf die Straße und wieder in den Hang hinein. Als wir in der beginnenden Dämmerung noch einmal den Game Drive fuhren, um vielleicht doch noch das Nashorn zu erspähen, entdeckten wir eine Herde Impalas, die wir noch eine Weile beobachteten. Bei Sonnenuntergang verließen wir den Park.

Das war der letzte Urlaubstag. Am nächten Tag traten wir die letzte Etappe an, die Heimfahrt nach Kapstadt, die aber auch noch ein paar Bilder wert ist. Siehe Blog: „Heimfahrt“