2006/07/02 - Durban
Bilder zu diesem Bericht findet ihr unter: http://fahrinurlaub.tripod.com/durban/
noch Tag 11: (02.07.2006)
… Nach Port St. Johnes ging es noch einmal ins Landesinnere vom Eastern Cape. Es war ein super Tip der Herbergsleiterin des Bed and Breakfast über Land zu fahren anstatt zurück zur Autobahn. So sammelten wir weitere Eindrücke von Menschen, Tieren, Wohnen und Leben in den Hügeln. Wenn man sich vorstellt, dass das Alles grün ist, sobald der erste Regen fällt, ist es doch ganz hübsch hier. Es war einfach erschreckend was man so in der Gegend zwischen East London und Umthatha gesehen hatte.
Dafür war dann die Einfahrt nach Kwazulu Natal umso beeindruckender. Plötzlich wurde es grün rings herum. Sanfte Hügel waren überzogen von Zuckerrohr und Bananenplantagen. An der Provinzgrenze wurden wir zunächst einmal von einer Polizeikontrolle angehalten und sollten unseren Kofferraum öffnen. Das war ziemlich komisch, weil wir erstens nicht wussten, wonach sie suchen, und zweitens hätten zum genaueren Hinschauen unser gesamtes Gepäck ausladen müssen – und das war nicht wenig. Ungewöhnlicherweise fragte man uns, ob wir Schweinefleisch mit uns führten. Gut, das war also schon mal keine Drogenkontrolle. Man erklärte uns dann, dass im Landesinneren die Schweinepest ausgebrochen ist und man deshalb vom Eastern Cape keine Produkte aus Schweinefleisch nach Kwazulu Natal einführen dürfe. Na dann war je alles klar. Und weiter gings.
Die erste Stadt war Port Edwards. In diesem kleinen Küstenort tummelte es sich ganz schön. Es war eine Mischung aus dem besagtem „schwarzen Chaos“ und „weißer Society“. Die einen wuselten an Busbahnhof und Tankstelle herum und die anderen saßen in glänzenden Villen oberhalb der Bucht oder sonnten ihre weißen Bäuche am Strand. Diese Kontraste sind echt schlimm und man versteht, warum in Südafrika immer noch Unmut gegeneinander herrscht. Es ist noch längst keine Gleichheit erreicht. Die Weißen sind noch immer die Grundbesitzer, Arbeitgeber und Manager. Die Schwarzen sind noch immer Angestellte, Arbeiter oder Arbeitslose. Es wird wohl noch lange dauern, bis da eine Angleichung eintritt. Zumal bei der Arbeitsmoral der Südafrikaner schwer vorstellbar ist, dass dieses land sich ohne die Initiative und Leitung der Europäer überhaupt entwickeln kann. Man weiß es nicht.
Jedenfalls waren das keine gesellschaftlichen Verhältnisse in denen wir leben hätten wollen auch wenn die Gegend hier wunderschön war mit den Hügeln, den Plantagen und dem Meer.
Die Fahrt nach Durban war sehr beeindruckend durch diesen krassen Landschaftswechsel. Und dann lag die Stadt vor uns. Hochhäuser erhoben sich. Der Verkehr floss. Riesige Lagerhallen an Bahnstrecken und zum Hafen hinunter säumten die Stadtautobahn M4 Richtung Zentrum. Unser Backpackers suchten wir im Getummel dieser großen und hügeligen Stadt. Von der Architektur her war das Stadtbild weniger indisch, als wir uns das anhand der Fotos in Reiseführern vorgestellt hatten. Aber man sah viele Inder in den Straßen. Es musste also stimmen, dass Durban die größte indische Stadt außerhalb von Indien ist.
Unsere erste Fahrt führte uns an Durbans Strand. Das war wundervoll. Kilometerlang zog sicher der Helle Sandstreifen an der Stadt entlang und schien gar kein Ende zu nehmen. Irgendwie erinnerte mich die Szenerie an Nizza in Frankreich. Hier gab es ebenfalls eine Promenade, teure Hotels, viele schicke Autos, Segler und Surfer draußen auf dem Meer. Es war warm. Viele Menschen badeten. Und hier gab es nicht „schwarz“ oder „weiß“. Bunt durcheinander tummelten sich alle Farben, Inder, Südafrikaner, Touristen, Asiaten, sogar moslemische Familien, wobei die Frauen zwar vollkommen verhüllt waren aber genauso am Strand saßen und mit den Kindern im Sand spielten, wie andere Familien das taten. Ganze Schulklassen sammelten sich zum Baden an bewachten Abschnitten und zauberten viele dunkle und bunte Punkte ins blaue Meer.
Lange suchten wir am Abend nach etwas Essbarem. Irgendwie gab es nur Chicken Buden. Ist ja klar. Inder essen kein Rind und Moslems kein Schwein. Also isst man vegetarisch oder Huhn, wie das eben auch in Indien so ist. Nur leider machten auch die Restaurants wie KFC oder Lion schon zwischen 17Uhr und 18Uhr zu. Das muss irgendwie Durbans Sicherheitspolitik sein. Wenn man 18Uhr die Bordsteine hochklappt, dann tummeln sich weniger Menschen herum und es kann weniger passieren.
Eigentlich suchten wir nach einem richtigen indischen Restaurant. Wurden und wurden aber nicht fündig. In der Nähe unseres Backpackers fanden wir dann einen Block, bei dem ein Chinese, ein Inder, ein Mexikaner und ein Italiener in direkter Nachbarschaft lagen. Es muss wohl so konstruiert sein, dass man die Kernstadt entflocht und jedes Wohngebiet so seine eigene Versorgung mit Annehmlichkeiten hat. Wir kehrten jedenfalls satt und zufrieden zur Herberge zurück. Nachdem wir uns in unserer niedlichen „Mud Hut“ eingerichtet hatten, planten wir, was wir die nächsten Tage in Durban so sehen wollten.
Tag 12: (03.07.2006)
Groenie musste zum Doktor. Er hat uns noch brav von Addo nach Durban gebracht aber seine Zuckel-Attacken hatten leider nicht nachgelassen. Wir ließen uns also einen Mechaniker empfehlen und brachten Groenie an diesem Morgen zu ihm. Der Chef diagnostizierte schon bei unserer Ankunft eine Fehlzündung (Misfire). Das konnte eine einfache und leicht zu behebende Ursache haben aber ebenso gut auch an einem ernsten Motorschaden liegen. Nachdem er sich das Auto angesehen hatte nannte er die erste Zündkerze als unser Problem. Irgendwie war da was nicht dicht oder so und deshalb fraß Groenie auch so gerne Öl. Er schlug uns drei Lösungsalternativen vor. Wir wählten die einfachste, welche besagte, er müsste an der Kerze was machen und das würde dann wieder ca. 2 Jahre halten. Kosten beliefen sich um 280Rand und er könnte das noch am selben Tag richten. Wenn ihr genaueres wissen wollt, müsst ihr den Julius fragen.
Dann ging das Schloss der Fahrertür nicht mehr und auch das wollte er sich ansehen. Man setzte uns in der Stadt ab und so verbummelten wir die Zeit bis zur Fertigstellung der Arbeiten.
Im Stadtzentrum war ein ganz schönes Gewusel. Es hupte überall und Schlepper von Taxigesellschaften schrieen und pfiffen nach Kundschaft an den Straßen. Auf einer Art Markt waren Hunderte kleiner Stände aufgebaut an denen irgendwie jeder irgendwas verkaufte, von Kleidung, über Grillwurst, bis zu furchtbarem Kitsch, Uhren und Schmuck, Gürtel und Taschen, Tücher und Schuhe, Blumen und Cd’s… einfach alles bunt durcheinander ohne System.
Unser erster Anlaufpunkt war die Touristeninformation. Das war vielleicht ein Reinfall. Zunächst fragte man uns am Eingang, ob wir einen Termin hätten. Wie das denn bitte. Wir sind Touristen und kommen von der Straße und hätten gerne eine Information für Touristen. Nach Aufnahme von Name und Passnummer ließ man uns dann ins Obergeschoss zu den Räumen der Information. Dort sprachen wir einen Mitarbeiter an, der glücklicherweise auch zuständig war aber leider gar keine Ahnung hatte. Wir fragten nach einer Karte auf dem die Tempel in der Stadt ein gezeichnet wären – was für Tempel?! Gibt es nicht!
Wir fragten nach den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen des Marinelandes – normale Zeiten, wie jedes andere Museum und Preise unterschiedlich, je nachdem wie viel wir sehen wollen, aber wie genau, kann er nicht sagen.
Dann wollten wir wissen wie sicher die öffentlichen Verkehrsmittel sind und wie deren Nutzung funktioniert (für den Fall, dass es mit Groenie länger dauert) – die seien schon sicher aber Touristen benutzen die normalerweise nicht, wir sollen uns doch ein Auto mieten.
Haha, witzig! Wir scheißen ja auch Geld (sorry), weil wir weiß sind! Darauf konnten wir verzichten und verließen das Gebäude. Also nahmen wir das Ganze selbst in die Hand und liefen einfach los. Eine Karte hatten wir ja zumindest vom „Hippo Hide“ – unserer Herberge bekommen.
Zuerst ging es zur City Hall. Das ist mal ein richtig historisches Gebäude gewesen, wie es auch hätte in Wien oder Paris stehen können. Es war aus Sandstein, mit Löwenfiguren, heroischen Bildnissen von halbnackten Menschen und kleinen Türmchen, wie man das eben so kennt. Gegenüber stand ein Gedenkstein für Gefallene der Eroberung mit Statuen von Queen Victoria und Prince Edward zu beiden Seiten. Auf dem Platz vor der City Hall hatte sich eine Afrikanische Religionsgemeinschaft versammelt und sang und tanzte. War komisch diese Afrikanischen Melodien zu hören vor der Kulisse von Europäischer Architektur. Leider konnte man die City Hall und umliegende historische Gebäude nicht betreten.
So liefen wir durch die Stadt und fanden mehrere Moscheen, Tempel und Kirchen, die aber auch leider alle nicht zu Betreten waren. Das war ein wenig frustrierend. Aber das treiben auf den Strassen was interessant zu beobachten. Inder sind Geschäftemacher. Beeindruckend waren Läden in denen traditionelle Kleidung ausgestellt war. Die Kleider waren so farbenfroh, filigran bestickt und wunderschön geschnitten und dafür auch gar nicht mal so teuer. Ein roter Sari mit goldenen Mustern und Absätzen gefiel uns beiden am besten, aber ich traute mich nicht hinein zu gehen und etwas anzuprobieren.
Aus den Geschäften drangen unterschiedliche Gerüche. Hier roch es nach Räucherstäbchen dort nach Curry und wieder woanders nach unbekannten Gewürzen. Da wir im Winter da waren, gab es nicht viele andere Touristen. Jedenfalls vielen wir ziemlich auf. Erstaunlich war, dass einige Inder recht gutes gebrochenes Deutsch sprachen. Wenn sie das taten dann hatten sie schon mal in Deutschland studiert oder gearbeitet. Wir trafen an diesem Tag drei!
Nach diesem Abenteuer bei dem wir natürlich auch wieder neue Lebensmittel, Indische Knabbereien und Snacks, verkostet haben, liefen wir weiter zum Victoria Market. Hier machten auch vornehmlich Inder Geschäfte und boten Geschirr aus Gold, Stoffe, religiöse Instrumente, Schmuck und Gewürze an. Man kam sich wirklich vor, als würde man in einem fremden Land durch die Gassen schlendern.
Überall wurde man angesprochen und eingeladen doch hinein zu kommen, um sich die Waren näher anzuschauen und zeigen zu lassen. Das war so schwer für uns, denn in der Indischen Kultur sagt man nicht „nein“. Wir wussten nicht, wie man richtig ablehnt. Zu Beginnt bedankten wir uns noch und schüttelten den Kopf. Das schien aber noch nicht recht zu passen, denn man hatte ja doch irgendwie „nein“ gesagt, auch wenn es ein „nein danke“ war. Das böse Wort war dennoch enthalten. Als wir eine Frau ansprachen, wie wir uns verhalten könnten, viel ihre Mimik recht schnell zusammen, als wir ihr von bisherigen Begebungen berichteten. Wir hatten wohl tatsächlich mehr falsch gemacht, als es uns klar war.
Wir erinnerten uns an eine Klassenkameradin, die einmal gesagt hatte, dass man nie ablehnt und sich stattdessen bedankt und aussagen verwendet wie: „Vielleicht ein andermal.“ Oder „Wir schauen uns noch um und kommen nachher wieder.“ Oder „Eventuell später.“ Oder „Ja, an einem anderen Tag.“
Das ist vielleicht kompliziert, weil man eigentlich nie das sagt, was man meint. Und wenn ich der Mensch wäre, dem man solche wagen Angaben macht, wüsste ich nie, womit ich rechnen kann. Kommt man nun morgen oder lässt man es bleiben. Macht man ein Geschäft oder hat der andere das nur so gesagt? Ich glaube einfach in diesem Fall muss man einfach davon ausgehen, dass wenn einer nicht klar „Ja“ sagt, es immer „Nein“ heißt. Oder wenn einer „Ja, vielleicht sagt und sich näher über Einzelheiten unterhält, nicht nur vorbei zieht, doch tatsächliche Absichten hat, ins Geschäft zu kommen. Schwierig!
Gegenüber dem Markt befand sich doch tatsächlich noch eine Kirch, die offen war für Besucher. Hier atmeten wir durch, genossen die Ruhe und ließen unsere ersten Eindrücke sacken. Auf dem Friedhof gegenüber standen Gräber, die einst sehr schön gewesen sein müssen. Aber zu wenig Pflege und die Lage im Smog der Stadt hinterließen deutliche Spuren der Verwitterung.
Wir verließen das chaotische Treiben um den Busbahnhof und schlenderten in Richtung Hafen. Bei einem indischen Kiosk aßen wir ein vegetarisches Curry. Das war ein bisschen scharf aber lecker. Hier ging alles ein und aus. Hafenarbeiter betraten den Raum, Polizisten kamen zum Essen, alte Leutchen setzten sich an einen der Tische und indische Geschäftsmänner ließen sich etwas zum Mitnehmen einpacken.
Zum Strand war es ein langer Weg doch nicht langweilig. Nur unsere studentischen Füße waren lange Märsche auf Asphalt nicht mehr gewohnt. An der Promenade tranken wir einen leckeren Kaffee, beobachteten eine beeindruckende Hubschrauber-Rettungsübung uns sahen zu wie Kinder in zerfetzten Kleidern mit löchrigen Kanistern, schäbigen Karren und alten Plastikflaschen Wasser von den öffentlichen Duschen am Strand abfüllten und abtransportierten. Wieder trafen „arm“ und „reich“ aufeinander und verpassten uns unverzögert ein schlechtes Gewissen, weil wie zur „anderen“ Seite gehören.
Plötzlich erreichte uns der Anruf der Autowerkstadt. Wie wurden abgeholt und fanden unseren Groenie wieder gesund und munter in der Einfahrt stehen. Seine Behandlung kostete uns nun 360 Rand aber unerwarteter weise glänzte der Alte in der Sonne. Man hatte ihn von außen gewaschen und geputzt und sogar innen die Armaturen gefettet und poliert. Das war eine schöne Überraschung. Wir hatten Groenie nach dem Addo Elephant Park versprochen, dass wir ihn nach Lesotho einem Großputz unterziehen. Und nun hat er diese Vorzugsbehandlung einfach so zwischendurch erhalten und auch noch so gründlich. Das war mal ein Service der den Kunden positiv überrascht und glücklich gemacht hat.
Wir fuhren noch mal hinunter zum Strand und machten einen ausgedehnten Spaziergang barfuss durch die warmen Wellen, bis die Sonne unter ging.
An diesem Abend aßen wir beim Chinesen.
Tag 13: (04.07.2006)
Am morgen wollten wir das größte Zuckerlager am Hafen von Durban besichtigen, aber dafür muss man sich anmelden und an diesem Morgen war auch eine Schulklasse da, sonst hätten wir uns anschließen können. Doch für den nächsten Tag gab es eine Führung für ausländische Besucher, für die wir uns eintragen ließen.
Lange suchten wir den japanischen Garten, der laut Karte sehenswert gewesen war. Doch irgendwie war das rote Sternchen auf dem Blatt Papier zwei Blöcke weiter weg gesetzt, als der Park sich befand und Ausschilderungen zu diesem gab es an den Straßen auch nicht.
Letztendlich fanden wir ihn doch durch Fragen an der Tankstelle. Aber wirklich zufrieden stellte er uns nicht. Ansätze der japanischen Gartenkultur waren erkennbar, aber das Gelände war nicht ganz durchgestyled und daher eher inselhaft interessant. Außerdem wühlten hier Affen im Müll und nahmen diesen auseinander, was dem Anblick nicht gerade zuträglich war – und ihr wisst ja, wie meine Wenigkeit auf diese Geschöpfe zu sprechen ist.
Verschiedene Bäume und Pflanzenarten waren neu und interessant, darunter ein Baum, der sämtliche Blätter abgeworfen hatte (winter) aber dennoch große weiße Blüten trug. Und den Riesenbambus mochten wir. An einem Springbrunnen gab es einen Frosch aus Kupfer. Da stand drauf, dass man eine Münze einwerfen sollte und sich was wünschen. Der Wunsch würde dann wahr werden. Das hab ich getan aber ich verrate euch natürlich nicht, was der Wunsch war. Vielleicht funktioniert er dann nicht mehr. Und das wäre nicht schön. Nur so viel, er war nicht materiell und nicht egoistisch.
Nächste Station war der Krishna Tempel of Understanding. Dort lernten wir, dass Krishna-Tempel nicht gleich Hindu-Tempel ist. Bilder von Krishna findet Ihr unter: http://edwinbeutel.tripod.com/krishna
Eine Inderin sprach uns an und erzählte uns unaufgefordert einiges über die Bewegung und die Hintergründe. Wir hatten natürlich das Gefühl bekehrt zu werden, weil sie auch von Gemeinschaften in Deutschland, Polen und der Tschechei schwärmte. Aber wir hörten zu und lernten viel, denn warum soll man über etwas urteilen, was man nicht kennt. Die Krishna Anhänger sind allesamt Vegetarier, weil sie nicht töten. Aber sie trinken Milch und essen Käse. Gelebt wird die Religion im Gotteshaus vornehmlich singend und tanzend. Natürlich wird auch gebetet, wobei man sich niederkniet oder sogar legt und die Stirn auf den Boden legt bzw. diesen Küsst zu Füßen der jeweiligen Gottheit – dem Krishna oder dem Geistesführer der Gemeinschaft. Viele Zeichnungen schmückten die Kuppel und deren Ränder. Jede dieser Zeichnungen erzählte eine Geschichte aus dem Leben Krishnas und die Geschichten enthielten natürlich alle eine Bedeutung oder Lehre. Wir lernten etwas über die 5 Beziehungen, die man und auch Krishna hat, wie die zu Freunden, die zu Eltern und natürlich auch die Liebe.
Das Gebäude stand auf einem Hügel über der Stadt. Der innere Raum war rund und offen mit einer Fensterfront im gesamten Radius und dadurch lichtdurchflutet. Goldene Verzierungen, Figuren an den Mauern zwischen den Fenstern, goldene Leuchter und viele Bilder von Krishna schmückten das Innere. Im Altar standen drei Figuren, von denen eine Krishna sein sollte. Sie waren in rosé- und orangefarbenen Tüchern eingekleidet. Übrigens gehört gesüßte Milch zu Krishnas Lieblingsspeisen, die wir dann beim Ein-/Ausgang des Tempels kosten durften.
Unter dem Tempel gab es noch eine vegetarische Küche, wo wir eine leckere Pizza, einen bunten Teller mit Bohnen, Reis, Tofu und Nudeln, und einen leckeren Kuchen gegessen haben.
Man kann Durban als lebendig aber auch als stressig bezeichnen. Als wir zurück in die Stadt fuhren gerieten wir in den Nachmittags- und Frachtverkehr. Riesige LKW zogen über die Zufahrten, hupten und drängelten, machten dicht und hupten noch aggressiver. Dann ist alles ziemlich schlecht ausgeschildert gewesen und das Straßennetz besteht aus vielen Einbahnstraßen, so dass nacheinander Alternative für Alternative an uns vorbeizog, an der wir eigentlich da- oder dorthin abbiegen wollten und nicht durften. Die Stadt platzt aus allen Nähten und es schien fast unmöglich zum ABSA Bank Gebäude zu kommen, bei dem wir das Geld für die Bezahlung unserer Herberge holen wollten. Es war zum Verzweifeln. Zusätzlich wurde vieles gebaut, ist ja auch klar – es ist Winter und für die Touristen im Sommer muss alles wieder Schön sein.
Nach all der Fahrerei und der Hektik lagen unsere Nerven etwas blank und wir mussten beide Mal durchatmen. Ein ewig langer Spaziergang am Strand in den warmen Wellen und im weichen Sand entschädigte für Einiges.
Am Ende des Tages schaffte ich es dann sogar noch im indischen Ozean zu baden. Und diesmal war es wirklich der indische Ozean. Am Kap streiten sich ja noch die Geister, ob das wirklich schon der Scheidepunkt zwischen den Ozeanen ist.
Wir gingen diesmal beim Mexikaner essen und schauten das schicksalhafte Spiel von Deutschland gegen Italien. Niemand hatte in dem Backpackers für Deutschland gestimmt aber alle sagten auch, dass diese Schlitzohren verdammt unfair waren. Ich dachte immer, Gerechtigkeit siegt, aber die sind dann verdammt noch mal auch noch Weltmeister geworden. Das ist nicht fair. Und meiner Meinung nach haben sie das nicht verdient. Man kann doch nicht mit Frechheit, Schauspiel und unfairem Spiel den Titel nach hause tragen. Das zeigt doch der Welt eine falsche moralische Einstellung und schon Kinder lernen, dass „Schwein sein“ und Dreistigkeit weiter bringt. Man kann nicht bestreiten, dass sie gut gespielt haben, das mag ja sein. Aber es kann nicht sein, dass sie als Fußballvorbilder der Welt den Pokal in den Händen halten. Unglaublich!
14. Tag: (05.07.2006)
Beim Frühstück unterhielten wir uns noch lange mit einem indischen Gast über Südafrika, Durban, Kapstadt, Johannesburg, die Strukturen, die Kulturen, die Frage der Sicherheit auch bezüglich des WorldCup 2010, Transportsysteme und die bestechliche Polizei. In diesem Land ist noch echt viel im Argen. Mal sehen, wie sich das entwickelt.
Gegen 10 Uhr fuhren wir dann das Zuckerlager im Hafen an. Dort lagern Tausende Tonnen von Zucker als riesige Berge. 4 Ernten werden pro Jahr eingebracht. Verschifft wird der Zucker nach Asien, Australien und Amerika. Der Zucker erreicht die endverbrauchende Fabrik unverpackt und wird da noch mal gewaschen und wieder kristallisiert. Ist auch logisch, denn durch die langen Transportwegen in unterschiedlichen Behältnissen, durch die Lagerung auf dem Boden kommt der Zucker mit vielen leckeren Dingen wie zum Beispiel Mäusen und Bienen und Schmutz in Berührung.
Nachdem wir den Weg vom Zucker vom LKW über Förderbänder in die gigantischen Silos und von den Silos über Förderbänder zum Schiff begleitet hatten, verließen wir Durban. Nun ging die Fahrt nicht mehr an der Küste entlang, sondern gen Norden in Richtung Harrysmith.
Weiter geht die Reise durch Südafrika bei „Harrysmith“ …