2006/06/28 - Tsitsikamma
Fotos zu diesem Beitrag findet ihr unter: http://fahrinurlaub.tripod.com/tsitsikamma/
Noch Tag 5: (26.06.2006)
Der Tsitsikamma Nationalpark liegt zwischen Knysna und Port Elisabeth an der N2. Die Gegend ist wunderschön grün, bewaldet, bergig und von Schluchten mehrerer Flüsse durchzogen. Dieses Fleckchen Erde ist eine Perle.
Der Nationalpark liegt vor den Bergkämmen direkt am Meer. Nachdem wir in Oudtshoorn im Landesinneren bei um die 4 bis 12°C ziemlich gefroren haben war die Meeresluft des Indischen Ozean mit stabilen 21°C sehr angenehm. Die Luft war mit Feuchtigkeit beladen und wir kamen am Abend des 5. Tages (26.06.) bei wundervollem Sonnenuntergang an.
Aufgehalten hatte uns ein spontaner Abstecher in ein Wolfs-Aufzucht-Zentrum bei Plettenberg Bay. Dort haben wir den Nachmittag verbracht bei Ziegen, Gänsen, Hängebauchschweinchen, Ponys, Eseln, Hühnern und Hasen. Und natürlich haben wir lange die dort lebenden Wolfsrudel beobachtet. Es waren drei Rudel grauer Wölfe und 2 weiße Wölfe. Diese waren schon recht aufgeregt, denn 16.30Uhr war Fütterungs-Zeit. Somit trieben sich die Tiere in der Nähe des Zaunes herum und ließen sich gut beobachten … und mehr noch!
Die Wölfe kamen mir wenig wild vor, auch wenn ich wusste es waren Raubtiere. Dennoch näherte ich mich dem Zaun und beobachtete ihre Reaktion. Ich schaute ihnen nicht in die Augen und kam mit der Schulter auf sie zu, um mich nicht offensiv zu stellen. Ein paar neugierige Nasen näherten sich von der anderen Seite des Zaunes. Und als klar war, wer wem sympathisch ist, reibte einer der Grauen seinen Rücken am Maschendraht und ließ sich kraulen. Das war ein unglaubliches Gefühl. Wölfe haben mich schon immer fasziniert und ich hätte nie gedacht, dass es gerade in Afrika möglich würde, einen zu streicheln. Genial! (Auch der weiße Artgenosse vom Gehege nebenan war mehr Schmusekater als böser Wolf.)
Im Tsitsikamma Park hatten wir dann am Abend unsere Forest-Hut bezogen. Julius liebte es den Wellen zuzuhören, die wenige Meter entfernt gegen die Brandung schlugen, manchmal so heftig, dass der Untergrund dumpf nachhallte und bebte.
Tag 6: (27.06.2006)
Am nächsten Morgen (Tag 6: 27.06.) standen wir mit der Morgendämmerung auf und genossen den Sonnenaufgang. Wir brachen beizeiten auf, um eine lange Wanderung zu absolvieren. Sie führte uns zunächst 1 Kilometer den Blue-Duiker-Trail entlang bis zu den Aussichtspunkt im Wald über dem Meer, danach weitere 2,7km den Lorie-Trail entlang, der uns durch schattigen duftenden Wald führte, vorbei an kleinen Wasserfällen und dicken lianenbewachsenen Bäumen. Den Vogel (Knysna-Lourie), nachdem dieser Wanderweg benannt war konnten wir hören aber zunächst nicht finden. Gegen Ende hatten wir dann doch noch Glück. Auf einem Yellowood Baum saßen plötzlich mehrere dieser bunten hübschen Vögel. Wir beobachteten sie so lange bis wir steife Hälse vom Hochschauen hatten, denn diese Yellowoods werden auch gern als Big Tree bezeichnet und in manchen Gegenden als Sehenswürdigkeit in den Reiseführer und Straßenausschilderungen ausgeschrieben.
Zurück aus dem Wald, unten am Meer angekommen, machten wir uns nun noch auf den 3km langen Wanderweg über Felsen und Klippen zum Wasserfall, dem Startpunkt des berühmten Otter-Trails, einem Wanderweg, für den man sich schon Jahre im Voraus anmelden muss.
Der Weg an der Küste entlang war unwegsam und anstrengend, doch die Bilder am Weg selbst und das Ziel lohnte die Anstrengung. Ein schätzungsweise ca. 70 Meter hoher Wasserfall stürze von den Felsen über dem Meer in ein Becken und dieses Becken lief dann über einen kleinen Überfluss ins Meer ab. Nicht nur der Wasserfall war beeindruckend schön, sondern auch das Meer in Rücken, denn genau an dieser Stelle war noch eine Felswand in der Brandung an dem die Wellen wie ein Feuerwerk in die Höhe schossen, wenn sie daran brachen.
Die 3km Hinweg musste wir natürlich auch wieder zurück aber dafür ließen wir uns Zeit. Julius beobachtete das Meer uns ich suchte nach Muscheln zwischen den Felsen und in kleinen Wasserlöchern.
Tag 7: (28.06.2006)
Am nächsten Tag (Tag 7: 28.06.) hatten wir noch den Vormittag im Tsitsikamma zeit. Wir wanderten den Storms-River-Mouth Trail, bis zur Flussmündung, über die eine Hängebrücke in 7Meter Höhe und mit 77Metern Länge führte. Auf der anderen Seite der Bucht stiegen wir noch die 700 Stufen bis zum Aussichtspunkt auf dem Felsen über dem Meer hinauf und genossen die Aussicht über die Tsitsikamma-Berge, den Wald, die Flussmündung, die Küste und den Indischen Ozean. Auf dieser Seite des Storms Rivers beginnt der Dolphin-Trail weiter nach Osten, fast so berühmt wie der Otter-Trail in Richtung Westen. Obwohl wir auch gehofft hatten, Wale und Delphine zu sehen, war uns das Glück nicht hold. Aber vielleicht sehen wir im September in Hermanus beim Walfest die Wale, von denen immer alle reden. Denn dort wollen wir mit meinen Eltern hin und uns selbst einmal 2-3 Tage Urlaub nehmen.
Der Abschied vom Tsitsikamma Park viel uns schwer und wir dachten, es könne kaum noch schöner werden. Bisher hatte es auf dieser Reise immer nur Steigerungen gegeben. Aber wir freuten uns auf den „Addo“!
Weiter geht es im Bericht: Addo Elephant Park …