2006/06/26 - Knysna
Ein Bild zu diesem Bericht findet ihr unter: http://fahrinurlaub.tripod.com/knysna/
Tag 5: (26.06.2006)
… Am 5. Urlaubstag (26.06.) verliessen wir Widerness und fuhren auf die „Olde George“ Route. Diese ist eigentlich früher die Passtrasse der alten Siedler gewesen. Sie führt über die Berge, durch Wälder und ist gesäumt von Rinderfarmen. Wir wissen nicht, ob wir schon einmal solche riesigen Herden Rinder gesehen haben. Lange Reihen von mobilen Verschlägen dienten als Melkstation oder Kinderstube für Kälbchen. Die Landschaft hätte auch in Europa so sein können – bunte Kühe, grüne Wiesen, Berge und Wald.
Die Straße ging über in die Timber (Holzfäller) Route. Diese trägt ihren Namen zurecht, denn hinter jedem Pass war eine neue Holzverarbeitungsfabrik, die von schwer mit Stämmen beladenen Trucks beliefert wurden. Der Wald war hier dichter und selbst, wenn man die Nase aus dem Autofenster in den Fahrtwind hielt konnte man ihn riechen. Es duftete nach Erde und frischem, würzigem Holz. Der Wald war so dicht mit Unterholz bewachsen, dass man von der Straße keine drei Meter hinein schauen konnte. Er erstreckte sich in sattem Grün, so weit das Auge reichte. Das hatten wir in Süd-Afrika bisher noch nicht gesehen. Und wir haben den Wald sehr vermisst, zumal ich ja in Helmstedt gleich den Elm und den Lappwald hinter dem Haus habe.
Die schmale ungeteerte Dustroad führte über Bergpässe, dann wieder in engen Kurven hinunter ins Tal, über kleine Brücken und Flüsschen, durch Schluchten und wieder hinauf auf den nächsten Berg.
Als wir wieder Zivilisation erreichten fanden wir ein kleines Pferdeparadies. Es gab einen kleinen Reiterhof welcher von einem älteren Pärchen geführt wurde. Die beiden wohnten in einem kleinen flachen Haus, ohne Strom und fließend Wasser. Um das Haus sprangen 3 Hunde, ein kleiner Terrier, ein mittelgroßer Mischling und ein großer Hütehund. Dazu gab es noch Hühner im Hof und ein paar Katzen wovon der verschmuste, schöne und stolze rote Kater natürlich sofort Julius Herz eroberte. Auf den Wiesen und Koppeln um das Haus standen 19 Pferde. Die beiden hatten sich eine echte Insel geschaffen und waren sehr glücklich damit. Eigentlich hatten wir in Erwägung gezogen reiten zu gehen, da die ausgeschriebene Tour hier durch Wald gegangen wäre, was wir sehr genossen hätten. Aber da die Frau wegen ihres Rheumas nur einen Ausritt pro Tag anbietet und dieser schon um 9Uhr früh stattgefunden hatte, hatten wir hier kein Glück. Aber wir haben ein schönes Fleckchen Erde gesehen und zwei tolle Menschen kennen gelernt.
Die Einfahrt nach Knysna beeindruckte uns ebenfalls. Vor uns öffnete sich ein breites Flussdelta. Das war so groß, dass es eine eigene Landschaft bildete. Wasseradern durchzogen die Pflanzenbüschel und Inselchen. Viele Vögel hatten hier ihre Heimat, jagten, fischten und schwammen herum. Fischer standen mit Gummistiefeln, Hut und Angel an den Ausläufern oder auf Schilfinselchen im Fluss und versuchten ihr Glück. Überall lagen bunte kleine Boote am Ufer.
Knysna selbst ist ein kleines, hübsches, buntes und lebendiges Städtchen mit einer tollen Lage am Delta und der Lagune. Berühmt ist es für die Austernzucht und daher gab es hier auch überall günstige und frischeste Austern in den Restaurants. An der Waterfront kehrten wir in das vom Reiseführer empfohlenen Austernrestaurant (Oyster Company)ein und probierten diese Spezialität zum ersten Mal in unserem Leben aus. Gegessen werden Austern mit einem Schuss Tabasco, frischer Zitrone und etwas Pfeffer. Und das schmeckt sogar. Dazu tranken wir ein leckeres Gläschen gekühlten Weißwein. Der Blick war offen über die Lagune und das Wasser. Die Sonne schien und es wehte eine frische Brise. Besser konnte es uns nicht gehen.
Knysna war nur Zwischenstation auf dem Weg nach Tsitsikamma. Also ging unsere Fahrt am Nachmittag weiter, vorbei an Plettenberg Bay Richtung Port Elisabeth.
… weiter geht der Bericht bei: Tsitsikamma …