Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/04/10 - Tygerberg Zoo

Tierbilder findet Ihr hier: http://juliusbeutel.tripod.com/tygerberg_zoo/ 

Eigentlich hatten wir gehofft, wir könnten Montag nochmal den Tafelberg in Angriff nehmen, nachdem wir ihn Freitag nicht geschafft hatten. Julius hat von der Aktion jedoch solch einen Muskelkater davon getragen, dass dieser mehr als drei Tage anhielt und jede Unebenheit des Erdbodens zu einer hinderlichen, schmerzhaften Angelegenheit machte. Also musste umdisponiert werden. Wir entschieden uns, den letzten Ferientag im Zoo zu verbringen.

30 Autominuten östlich von Bellville an der N1 Richtung Pearl befindet sich der Tygerberg Zoo, der einzige Tierpark der Western Cape Region. Nationalparks und private Wildparks findet man in der Nähe jeden größeren Ortes, aber einen Zoo gibt es nicht all zu oft. Wozu auch, man lebt ja quasi in der Wildniss. Für uns war dieser Zoo aber bis dato die einzige Möglichkeit, Tiere dieses Landes mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Witzigerweise waren wir um 9.30Uhr morgens die ersten und lange einzigen Gäste. Wir befürchteten schon, das wäre ein ganz heruntergekommenes kleines Ding. Aber wir hatten uns getäuscht. Die Anlage hatte ist ca. 24ha groß und beherbergt rund 284 Tierarten, davon 61 Säugetiere, 160 Vogelarten, und 63 Reptilien. Mit all ihren Unterarten hält der Park 1427 verschiedene Tiere. Neben der Funktion als Tierpark scheint die Organisation auch Auffangstation für Blue Crans (diese komischen blauen Riesenvogel) andere Kranicharten und Antilopen zu sein, da diese uns hier vermehrt begegneten.

Für uns am Beeindruckendsten anzuschauen waren die Geparden, Löwen, Wildkatzen und Tieger. Sie hatten sogar ein Pärchen weißer Löwen, eine seltene Spezies aus der Löwenfamilie. Natürlich gab es auch Zebras, Antilopen und Straußen. Auf dem ganzen Gelände sind jede Menge Pfauen herumgelaufen. Komischerweise hatten viele der Tiere Junge, dabei ist hier jetzt Herbst. Vielleicht waren sie ja schon ein paar Monate alt, aber sowohl die Straußen, die Pfauen, die Ziegen, die Affen, als auch die Löwen hatten Nachwuchs bei sich.

Schön fanden wir auch die vielen verschiedenen Vögel. Diese kleinen bunten Kanarien, die bei uns auf Vogelausstellungen in winzigen Käfigen beäugt und bewertet werden, flatterten hier in großen Volieren herum und hielten ihre wunderschönn blauen, roten, gelben und grünen Bäuche, Flügel oder Schwänze in die Sonne.

Was noch viel schöner war, war die Freiheit mit der man sich durch das Gelände bewegen konnte. So gab es keine ausgewiesene Richtung, die man einhalten sollte, keine Pfade, wenig Absperrungen. Dadurch ergab sich für den Besucher die Möglichkeit, zum Beispiel den Panzer einer Riesenschildkröte zu berühren, oder dass einen ein huhngroßer Laufvogel mit dunkelgrün-metallic glänzendem Federkleid am Hosenbein zupfte, oder dass die kuschelverrückte Wildkatze sich mit aller Kraft gegen die Maschen ihres Geheges drückte, damit der kuschelfreudige Besucher sie auch ja an jeder beliebigen Stelle kraulen kann. Ebenso verhielt sich eine hübscher Nyala-Bock. Und die verschiedenen Kraniche sind immer hinter uns her gestiegen in ihren Gehegen, bis dieses zu Ende war, was immer sie auch von uns wollten.

Außerdem wurde es so möglich viele der Tiere ohne das obligatorische Gittermuster zu betrachten, weil man seine Nase ganz an den Zaun drücken konnte. Das vermied ich natürlich bei den Löwen, denn da hätte ich ein wenig Angst um meine Nase gehabt. Darum tragen deren Fotos auch das Muster des allen bekannten Maschendrahtzauns.

Zum ersten mal in unserem Leben haben wir den Steppenhund und Fuchs live gesehen. Bisher kannten wir sie auch nur aus Dokumentationen. Und eine Menge der Vögel waren uns unbekannt. Diese sind aber wirklich wunderschön, mit langen Schwanzfedern, riesen Schnäbeln, lustigen Frisuren und unlaublich schillerndem Gefieder.

Wir haben uns länger als erwartet im Zoo aufgehalten und so einen ganzen Tag darin verbracht. Und es war eine günstige und schöne Alternative zum bisher verpassten Safari-Park.