2006/04/06 - Reiten
Bilder zu diesem Artikel findet ihr hier: http://juliusbeutel.tripod.com/reiten/
Am Dienstag waren wir mit Julius Familie in Stellenbosch. Dabei haben wir den Adventure Park Spiers entdeckt und erfahren, dass der dortige Reiterhof zu Ostern ein ganz besonderes Programm anbietet. Unter anderem war dabei der Vorschlag, an einem Cross-Country Ausritt über 2h für R100 (Ca.13€) teilzunehmen.
Als ich das gelesen hatte, wusste ich, wo ich Donnerstag sein möchte … hier!
Bis Donnerstag Morgen war noch nicht klar, ob alles klappt, denn der Ausritt sollte nur stattfinden, wenn sich eine Mindestanzahl Teilnehmer findet. Aber unser Telefon klingelte und der Termin um 15Uhr wurde bestätigt. Jippie!
Pünktlich 15 Uhr standen die Pferdchen gesattelt auf dem Hof. Weil ich keinen professionellen Helm trug, sondern den knallgelben Fahradhelm des Reiterhofes, wollte man mich erst in die Anfängerunde stecken. Dabei saß ich auf einem Pferdchen, was meiner lieben Rabea vom Hippo-Reiterhof in Bernburg sehr ähnlich sah. Aber leider nicht lange. Denn dieses Pferd war nicht für den Ausritt vorgesehen. Also hieß es für mich nochmal umsteigen. Nun hatte ich wieder einen Schimmel, der zwar nicht ganz weiß war, aber auch sehr lieb. Alle Unklarheiten waren beseitigt und es konnte los gehen.
Gleich zu Beginn ging es in ein kleines Wäldchen, in dem es auch einen Bach gab, den wir an 3 Stellen überquerten. Die Pferde schienen das zu genießen und spritzen sich beim Durchqueren ordentlich ihre Bäuche nass. Sie waren mit uns auf dem Rücken sehr vorsichtig, ruhig und aufmerksam. Ich hab mich gleich wohl gefühlt. Vormittag noch glaubte ich, ich hätte alles verlernt, doch jetzt war es, als wäre der letzte Ritt erst eine Woche her gewesen.
Als wir auf die Weinberge hinaus ritten durften wir traben. Wir übersprangen einige Büsche und kleinere Hindernisse aus Ästen und auf den Wegen war der Trupp zum Galopp freigegeben. Das war ein tolles Gefühl! Endlich wieder fliegen! Und mein Pferdchen hatte einen schönen Galopp, lang, weich und nicht so arg federnd. Die Umgebung war auch toll. Um uns herum die Kulisse der Berge um Stellenbosch, immer durch die Weinfelder. Viele Tiere gab es da draußen. Ein Reiher stieg neben uns auf mit der riesen Spannweite seiner Flügel. Andere standen auf den Feldern. Ein kleiner Falke flatterte im Stand über den Wiesen, um sich dann im Sturzflug hinunter fallen zu lassen.
Immer neben uns her lief ein kleiner bunter Hund. Der hatte auch seinen Spass, denn er stöberte Eidechsen und Schlangen in Büschen, Erdlöchern und unter Steinen auf. Das hatte den praktischen Effekt, dass wir als Reiter vor diesen Tieren gewarnt und geschützt waren. Die Pferde wurden nicht erschreckt und der Hund hatte seinen Spass beim Buddeln.
Ohne Reithandschuhe habe ich mir leider auf der Hälfte der Strecke Blasen zwischen den Fingern gerieben, welche die Zügel halten. Das brannte zwar sehr aber ich wusste vorher, dass das passieren würde, weil ich dort noch keine Hornhaut habe. Außerdem war ich so glücklich, dass der Schmerz nichts aus machte.
Als wir zurück waren, konnten wir die Tiere selbst absatteln und abtrensen, da sie Stallpfleger mit den Pferden beschäftigt waren, die sie von der Koppel heim getrieben hatten. Das fand ich schön, weil man sich erst dabei beim Pferd bedanken kann und eine Verbindung aufbauen kann. Einfach draufsetzten, losreiten und wieder abstellen ist nicht meine Sache.
Heute pflege ich meinen saftigen Muskelkater. Er ist das wahre Anzeichen dafür, dass ich schon wirklich lange nicht geritten bin (3Monate). Aber egal, das gehört nunmal dazu.
Leider werden solche Ausflüge eine Seltenheit bleiben, denn normalerweise kosten die Reitstunden hier zw. 100-200 Rand. Das kann man sich nicht all zu oft leisten.