Katrin&Julius

Our Year in Capetown

2006/04/04 - Stellenbosch

Bilder findet Ihr unter: http://katrinworlich.tripod.com/stellenbosch 

Julius Eltern sind weiter gezogen. Sie bereisen die Garden Route und sind in ca. 2 Wochen wieder zurück in Kapstadt, um danach noch einen Abstecher nach Namibia zu machen. Ihre erste Station nach Kapstadt war Stellenbosch, 30km östlich. Das ist zwar nur ein Katzensprung aber kulturell und geographisch eine Reise über Kontinente.

Stellenbosch ist eine vorbehmlich “weiße Stadt”. Sie ist berühmt für ihre Weinberge und die Universität. Wenn man aus dem trockenen Kapstadt in die grünen Hügel hineinfährt kommt man sich vor, als wäre man in Europa oder sogar in Deutschland bzw. den Niederlanden. Rundum wachsen hohe Bäume und die Weinreben stehen entlang der Straßen wie an der Nahe. Zwischen den Feldern steht ab und zu ein Gutshaus in strahlendem Weiß angestrichen mit gemütlichen Accessoires wie Fensterläden, Reetdach, Holzbänkchen, Springbrunnen und Katze auf der Treppe.

Stellenbosch sieht in der Altstadt genauso aus. Kleine weiße Häuser, mit Vorgärtchen oder Terasse. Die Hauswände bewachsen mit Weinlaub, davor eine Bank und begrünte Blumentöpfe. Das wirkt alles sehr idyllisch, gemütlich und heimisch. Hier haben wir auch die erste richtige Kirche gesehen, ebenfalls ganz in weiß mit Mosaikfenstern, Holzbänken, einer Orgel und läutender Kirchenglocke. Zu halber Stunde, als wir gerade davor standen, schlug sie einmal an. Meine Ohren haben diesen Klang wirklich vermisst. Da wurde mein Herzlein zum ersten mal richtig wehmütig. Lange litt es aber nicht.

Überall grünte und blühte es. Der Herbstanfang färbt die Weinblätter gelb und rot. Mitunter waren die lautesten Geräusche die von Vögel und Blätterrauschen. In Kapstadt sind an deren Stelle Sirenen und Menschengewusel. Wir schlenderten ein wenig durch die Straßen. Dabei begegneten wir immer wieder Gebäuden, die zur Universität gehörten. Das ist echt ein Riesending mit sämtlichen Fachrichtungen. 22.000 Studenten studieren in dieser kleinen Stadt. Wenn diese in den Ferien nach Hause fahren oder als internationale Studenten Südafrika bereisen, wird es still in den Straßen und Unifluren. Wer da mal reinschauen möchte http://en.wikipedia.org/wiki/Stellenbosch_University oder http://www.sun.ac.za/index.asp . 

Uns liefen hier eindeutig zu viele Touristen herum und man wurde mit all den hier wohnenden Weißen über einen Kamm geschert, also von den wenigen Dunkelhäutigen belächelt oder angebettelt. Daher verließen wir am Nachmittag wieder die Stadt und widmeten uns den “besseren Menschen”, den Tieren.

Wir besuchten “Spier”, einen Park 10Autominuten von Stellenbosch entfernt. Hier aßen wir Mittag auf einer Wiese am See. Beobachteten Libellen und Wasservögel, besuchten das Rehabilitionszentrum für Geparden und Raubvögel und sahen uns den dazugehörigen Reiterhof an.

Das Gelände beherbergt aber auch Restaurants, Unterkünfte und Souvenirläden aber alles auf eine sehr unaufdringliche, natürliche Art in dem Gelände angelegt. 

Am Abend waren wir mit Beutels zum Essen wieder in Stellenbosch verabredet. Wir machten uns also auf den Rückweg und hielten noch bei einer Farm, auf der Straußen, Zebras, Gnus, Impalas und Hirsche grasten. Gespeist wurde dann auf einem Weingut zwischen den Bergen von Stellenbosch.